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1,5 Teraflops für die Klimaforschung

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Das Deutsche Klimarechenzentrum in Hamburg wird einen der leistungsstärksten Computer der Welt erhalten, das "Höchstleistungsrechnersystem für die Erdsystemforschung" oder kurz HLRE. Herzstück des Systems ist ein Verbund aus SX-6-Vektorrechnern von NEC. In jedem dieser Computer arbeiten acht SX-6-Prozessoren mit einer Rechenkapazität von jeweils 8 Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde (Gigaflops). Im April 2003 soll der Verbund mit insgesamt 192 Prozessoren vollständig ausgebaut sein, die es dann gemeinsam auf die theoretische Rechenleistung von 1,5 Teraflop/s bringen würden.

Zum Vergleich: Das Rechennetz des GIMPS-Projekts, das kürzlich die größte bekannte Primzahl errechnete, hat eine Rechenleistung von derzeit circa 2,5 Teraflops. In der Top500-Liste der stärksten Rechner stünde HLRE etwa auf Platz neun.

In der Praxis, also bei der Abarbeitung ihrer Klimamodelle, rechnen die Wissenschaftler damit, eine Rechenleistung von ungefähr 500 Gigaflops zu erreichen. Das entspricht etwa der hundertfachen Leistung des Cray-Rechners, der bisher im Einsatz war. Zurzeit "üben" die Forscher übergangsweise auf SX-4-Rechnern von NEC, die ersten SX-6 sollen im Februar in Betrieb gehen.

Das 67 Millionen Mark teure, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte System soll Forschern ermöglichen, das Weltklima noch schneller und genauer zu simulieren. Nutzen werden ihn unter anderem das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Zentrum für Meeres- und Klimaforschung der Universität Hamburg, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und das GKSS Forschungszentrum Geesthacht. (jo)