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10 Jahre Bitcoin: Am Anfang war die Blockchain

Vor nunmehr zehn Jahren hat Satoshi Nakamoto den Genesis-Block der Bitcoin-Blockchain von Hand erzeugt. Damit erschuf er die bekannteste Kryptowährung der Welt.

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10 Jahre Bitcoin: Am Anfang war die Blockchain

Er verletzt die Regeln fundamental, und doch ist er der Anfang von Allem: Vor nunmehr zehn Jahren, zwischen dem 3. und dem 9. Januar 2009, schuf Satoshi Nakamoto den Genesis-Block der Bitcoin-Blockchain. Und hob damit die Kryptowährung Bitcoin aus der Taufe.

Bitcoin ist ein Kind seiner Zeit, erschaffen auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise. Und er ist revolutionär: Eine Währung, die ohne Banken auskommt, die nicht unter der Kontrolle irgendeiner staatlichen Aufsicht steht. Ein Gegenentwurf zu all dem, das während des Banken-Crashs für Abermilliarden Steuergelder gerettet werden musste, weil sonst das gesamte Finanzwesen zu kollabieren drohte.

Das Herz der Kryptowährung ist die Blockchain. Eigentlich ein alter Hut, denn nüchtern betrachtet ist sie nur eine einfach verkettete Liste, wie sie jeder Informatik-Student schon im Grundstudium kennenlernt. Der Clou liegt in der Art und Weise, wie die Blöcke miteinander verkettet werden. Während in Lehrbeispielen die Elemente einer einfach verketteten Liste üblicherweise durchnummeriert sind und jedes Element die Nummer des Nachfolgers enthält, ist die Blockchain rückwärts verkettet: Jeder Block der Blockchain enthält eine Referenz auf den vorangehenden Block.

Diese Referenz ist außerdem nicht die Nummer des vorherigen Blocks, sondern dessen Hash-Wert – vergleichbar mit einem Fingerabdruck. So wird die Blockchain fälschungssicher. Denn ändert man nachträglich auch nur ein einziges Bit des vorangehenden Blocks, ergibt das einen völlig anderen Hash-Wert. Der Fingerabdruck des nachträglich veränderten Blocks passt nicht mehr zu dem, was im Nachfolge-Block referenziert ist, die Fälschung fliegt auf.

Indem Satoshi den Fingerabdruck als Referenz verwendete, wurde es außerdem möglich, auf eine zentrale Stelle zu verzichten, die die Blockchain verwaltet. So kann es problemlos mehrere Blöcke mit der gleichen Blocknummer, aber unterschiedlichen Fingerabdrücken geben, sogenannte Zweige. Nach den von Satoshi festgelegten Regeln gewinnt letztlich der Zweig, dessen Berechnung mehr Arbeit verschlungen hat. So hat keine Aufsicht und keine Regierung die Hoheit über die Bitcoin-Blockchain.

Doch ausgerechnet der Genesis-Block, den Satoshi Nakamoto von Hand erzeugte, verletzte die für die Blockchain geltenden Regeln: Da er keinen Vorgänger hat und sich nicht selbst referenzieren kann, enthält der Vorgänger-Hashwert lediglich Nullen.

Wann Satoshi den Genesis-Block berechnet hat, lässt sich nicht exakt feststellen. Bekannt ist lediglich, dass er ihn am 9. Januar 2009 veröffentlichte. Seitdem wird die Blockchain im 10-Minuten-Takt um einen weiteren Block verlängert.

Ein weiteres Detail beweist, dass Satoshis Genesis-Block frühestens am 3. Januar 2009 entstand, also heute vor genau zehn Jahren: Satoshi zitiert im Genesis-Block einen Artikel von der Titelseite der Times vom 3. Januar, in der über Pläne des damaligen Finanzministers Alistair Darling berichtet wird, Banken in einer zweiten Rettungsaktion mit Billionen Pfund Steuergeldern zu retten. Banken, die dank Bitcoin eines Tages vielleicht niemand mehr braucht. Zum zehnten Geburtstag der Kryptowährung ist es noch nicht soweit – aber wer weiß, wie es in zehn Jahren aussieht?

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(mid)

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