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10 Jahre "Das Labor" in Bochum

Den großen Hackerspace im Ruhrgebiet gibt es schon seit zehn Jahren. Am vergangenen Wochenende wurde das Jubiläum mit einem dreitägigen Event gefeiert.

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In einer Ecke blinkt eine LED-Installation. In der Lounge spielt jemand mit dem alten Terminator-2-Flipper. Aus dem Keller tönen Geräusche einer CNC-Fräse, die fleißig Sperrholz bearbeitet. Und im Bastelraum fragen sich zwei Bastler, wo wohl die Elkos hingekommen sind, die man gerade für eine Reparatur braucht. Währenddessen brutzeln in der Küche Bratkartoffeln in der Pfanne. Ein typischer Abend im Hackerspace Das Labor, wo meistens jemand zu finden ist, der sich mit Elektronik auskennt. Natürlich sind Licht und Musik zentral über das Netzwerk steuerbar. Wie auch sonst?

Die Geschichte des Vereins geht zurück auf das Frühjahr 2005: An der Bochumer Uni findet sich eine Handvoll Hacker zusammen, um einen Raum für ihr gemeinsames Interesse zu schaffen. Zehn Jahre und zwei Umzüge später gibt es ihn immer noch: Das Labor ist der zentrale Anlaufpunkt für all jene, die etwas zu basteln haben. Auf rund 180 Quadratmetern finden sich neben einer voll ausgestatteten Elektronikwerkstatt diverse (teils schwere) Werkzeuge wie eine Drehbank und ein Lasercutter. Alle zwei Wochen treffen sich Interessierte zum gemeinsamen Coworken, montags basteln die Starkstromtechniker an Lasern und Teslaspulen. In unregelmäßigen Abständen gibt es Vorträge aus den Bereichen Coding, Elektronik, Gesellschaft und IT-Sicherheit.

10 Jahre "Das Labor" (11 Bilder)

(Bild: Das Labor)

Am vergangenen Wochenende wurde das 10-jährige Jubiläum offiziell gefeiert. Im Rahmen einer kleinen Konferenz trafen sich etwa 40 Interessierte, viele aus befreundeten Hackerspaces aus dem Ruhrgebiet, einige aber auch aus entfernteren Städten wie Berlin. Insgesamt drei Tage wurden mit einem bunten Programm gefüllt, das jedes Hackerherz höher schlagen lässt. So erzählte Ralph Bruckschen von der kürzlich in Bochum gestarteten Wetterballonmission: Diese sollte mithilfe von sechs Kameras die partielle Sonnenfinsternis dokumentieren. Einige spannende Bilder der Mission waren auf einer Oculus Rift zu sehen.

Außerdem stellten Philipp Deppenwiese und Alexander Couzens das Coreboot-Projekt vor. Coreboot ist ein OpenSource-BIOS, das auf verschiedenen Plattformen zur Verfügung steht und auch in Google Chromebooks und Chromeboxes verwendet wird.

Einige Vorträge wurden aufgezeichnet und sind auf der Wiki-Seite zum Event zum Abruf verfügbar. Die nächste größere Veranstaltung ist bereits in Planung: Im Herbst sollen die Labortage, die vereinseigene Konferenz, stattfinden. (phs)