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10 Jahre Firefox

Vor 10 Jahren erschien der Browser Firefox. Er wurde in großflächigen Zeitungsanzeigen als "Unabhängigkeitserklärung von einem monopolisierten und stagnierenden Web" gefeiert. In Deutschland hieß es kürzer: Feuer!

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Mit der Meldung vom Erscheinen des Feuerfuchses ging vor 10 Jahren ein Projekt in 24 Sprachen in den "Wirkbetrieb", das versuchte, gegenüber den aufgeblähten Programm-Suiten einen schlanken Browser für schnelles Surfen und für jeden Anwendertyp zu realisieren. Heute ist Firefox ausweislich der Browser-Statistiken der Marktführer, auch wenn nicht mehr mit dem großen Abstand zu Konkurrenz wie früher. Die Stagnation im Web, für die seinerzeit ein alles überschattender Internet Explorer nach dem Ende des großen Browserkrieges gesorgt hatte, konnte jedenfalls überwunden werden.

Firefox wird zehn (7 Bilder)

Firefox 1.0

Als schlanke Alternative zu den damals gebräuchlichen Internet-Suiten erschien Firefox 1.0.

Urprünglich hieß der Feuerfuchs, zoologisch nur mittelbar mit dem bildgebenden Roten Panda verwandt, erst Phoenix, dann Firebird, was jedesmal zu Namenszwisten führte. Dabei war das Projekt selbst innerhalb der die Entwicklung tragenden Mozilla Foundation nicht einmal strittig: Eine schnelle, einfache Browser-Alternative basierend auf XUL sollte den Browser-Markt aufwirbeln. Am Ende ging es darum, Skeptikern zu beweisen, dass die Open-Source-Bewegung innovativ und attraktiv zugleich sein kann. Dieser Gemeinschaftsgeist wurde in der deutschen Zeitungsanzeige zum Start besonders betont: "Hunderte von Programmierern entwickeln gemeinsam einen revolutionären Internet-Browser. Sie arbeiten ehrenamtlich und schenken ihn der ganzen Welt." Dieses Geschenk wurde angenommen: Bereits Ende November 2004 kam Firefox in den Statistiken von heise online auf einen Marktanteil von 25,7 Prozent. Noch im ersten Jahr brachte es Firefox auf 100 Millionen Downloads, im Februar 2008 wurde die Marke von 500 Millionen Downloads erreicht.

Von Anfang an lief Firefox unter Windows, Mac OS und Linux. Im Jahre 2011 erschien die erste Firefox-App für Android-Systeme, im Jahre 2013 das Firefox OS, das sich nach Angaben der Mozilla Foundation vor allem in Lateinamerika verbreitet. Aktuell haben die Browser auf Basis der Gecko-Engine bei heise online einen Anteil von 57,6 % (Chrome kommt auf 17,8 %, Safari auf 8,4 % und der Internet Explorer auf 6,6 %). 30,7 % nutzen dabei Firefox 33, 9,4 % Firefox 32 und immer noch 4,4 % Firefox 3.1. Die neueste Version 34 ist schon mit 0,5 % vertreten.

Zur Feier des Jubiläums hat die Mozilla Foundation einen Browser für Entwickler angekündigt. Wer will, kann auch den neuen Browser 7 der Telekom hinzurechnen, der auf Firefox-Basis läuft und ostalgische Gefühle beim Stöbern im Web erzeugt. Die Zukunft von Firefox ist die Zukunft der Mozilla Foundation, denn der Großteil ihrer Einnahmen kommt von den Suchmaschinen Google und Bing sowie Amazon, die im Suchfenster von Firefox eingeblendet werden. (ola)