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MWC Update

10-Zoll-Tablet und neue Smartphones mit WebOS

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WebOS in drei neuen Formaten: HP zeigt ein 10-Zoll-Tablet und zwei Smartphones mit dem von Palm gekauften System.

(Bild: HP)

Nach dem Kauf von Palm durch HP war es lange still um das so vielversprechende Smartphone-Betriebssystem WebOS. Würde HP es nur für Smartphones oder gar Drucker nutzen? Oder es wie Apple das iOS und Google das Android für die Tablets anpassen? Nun nutzt HP die knappe ruhige Zeit zwischen den von Neuankündigungen überborstenden Frühjahrsmessen CES , MWC und CeBIT, um den ganzen Überlegungen etwas Konkretes entgegenzustellen: Auf einer Presseveranstaltung in San Francisco präsentierte der weltgrößte PC-Hersteller nun seine Interpretation der fingerbedienbaren Computer: drei WebOS-Geräte, ein 10-Zoll-Tablet mit Namen TouchPad und zwei Smartphones.

Das rund 740 Gramm schwere TouchPad (190 mm × 242 mm × 13,7 mm) hat ein 9,7-Zoll-Bildschirm mit kapazitivem Multitouch und 1024 × 768 Bildpunkten. Damit ähnelt es stark Apples iPad, welches dieselben Eckdaten und ebenfalls ein Display im 4:3-Format hat, während alle anderen Hersteller auf 16:9-Panels setzen. Beim Filmgucken muss man bei TouchPad und iPad mit schwarzen Balken leben, hochkant bekommt man dagegen das von Zeitschriften gewohnte Seitenverhältnis ohne große Verzerrungen angezeigt – in Zeiten elektronischer Bücher und digitaler Magazine nicht unwichtig.

HP Palm TouchPad: Der iPad-Konkurrent ist erst im Sommer erhältlich.

(Bild: HP)

Im TouchPad sorgt erstmals die Doppelkern-Varianten von Qualcomms Snapdragon-CPU (APQ8060) für viel Rechenleistung, die beiden ARM-Kerne laufen mit bis zu 1,2 GHz. WLAN (IEEE802.11n) ist wie Bluetooth (2.1+EDR, A2DP-Unterstützung), Beschleunigungs- und Lagesensor sowie Kompass immer an Bord, A-GPS gibt es nur in UMTS-Modellen. HP plant Varianten mit 16 oder 32 GByte Flashspeicher.

Als Betriebssystem kommt HPs von Palm gekauftes WebOS in der neuen Version 3.0 zum Einsatz, welches sich unter anderem durch eine virtuelle Tastatur samt Zahlenreihe von aktuellen WebOS-Versionen unterscheidet. Die bisherigen WebOS-Anwendungen sollen laufen, darunter auch Adobes Flash 10.1. Fast schon obligatorisch: Amazon hat eine angepasste Version des Kindle Readers angekündigt, darüber bekommen (US-)Anwender Zugriff auf tausende Bücher und einige Zeitschriften und Zeitungen, allerdings ist das Angebot an deutschen Titeln äußerst gering. HP setzt auf eine enge Verzahnung von WebOS-Tablet und -Smartphone, beispielsweise lassen sich verpasste Telefonanrufe und SMS-Nachrichten vom TouchPad aus beantworten und URLs per Fingertipp von einem zum anderen Gerät schicken. Die Kooperation ist aber nicht so restriktiv wie bei RIMs Blackberry Playbook: Alles inklusive E-Mail-Zugang funktioniert auch ohne WebOS-Handy.

HP Palm Veer: Smartphone im Mini-Format

(Bild: HP)

Neue Smartphones hatte HP ebenfalls im Gepäck, das Veer und das Pre 3 mit WebOS 2.2. Das Veer ist mit seinem 2,57-Zoll-Display (320 × 400 Punkte), den Abmessungen 54,5 mm × 84 mm × 15,1 mm und dem geringen Gewicht von 103 Gramm ein besonders kompakter Vertreter seiner Zunft – kleiner und leichter als das bisherige schon vergleichsweise kompakte Palm Pre. Trotzdem hat HP eine vollständige, ausschiebbare Knöpfchen-Tastatur untergebracht. Im Veer arbeitet ein Einkern-Snapdragon (MSM7320) mit bis zu 800 MHz und 8 GByte Speicher.

HP Palm Pre 3: Das Display ist so groß wie beim iPhone und Konsorten.

(Bild: HP)

Das Pre 3 hat ein 3,6-Zoll-Display mit 480 × 800 Punkten, unter der Haube sorgt ein Einkern-Snapdragon (MSM8x55) mit bis zu 1,4 GHz für Dampf, der Speicher umfasst 8 oder 16 GByte. Wie bei den anderen Palms hat es eine nach unten ausschiebbare Quertastatur, die aber beleuchtet ist und überarbeitet sein soll. Das Pre 3 misst 111 mm × 64 mm × 16 mm und wiegt 156 Gramm.

Die Akkus der Smartphones und des Tablets lassen sich drahtlos über die vom Pre bekannte, Touchstone getaufte Ladestation befüllen; zum Lieferumfang gehört sie aber nicht. Das Veer soll noch im Frühjahr auf den Markt kommt, TouchPad und Pre 3 dagegen erst im Sommer. Konkrete Termine für Deutschland oder Preise nannte HP bislang nicht.

HP betonte, WebOS auch für andere Geräte nutzen zu wollen, und zwar nicht nur wie angekündigt Drucker, sondern auch Notebooks und Desktop-Rechner. Details dazu nannte HP aber noch nicht. Für die älteren Smartphones Pixi (Plus), Pre (Plus) und das in Deutschland nicht erhältliche Pre 2 sollen in den nächsten Monaten Updates auf WebOS 2 bereitgestellt werden. [Update:] Anders als ursprünglich angekündigt, wird es für die älteren Smartphones nun doch kein Update auf WebOS 2.x geben. Dies stellte Jon Rubinstein im Gespräch mit Engadget klar. Die alten Geräte seien schlicht nicht leistungsfähig genug. Um die Early Adopter nicht vollends zu vergrellen, versprach Rubinstein, ihnen ein "spezielles Angebot" zu unterbreiten. Damit dürften vergünstigte Konditionen beim Upgrade auf Veer, Pre 3 oder TouchPad gemeint sein. [/Update]

Erste Details zum TouchPad sind bereits Mitte Januar durchs Netz gewandert, damals lief das Gerät noch unter dem Codenamen Topaz. Von der damals ebenfalls erwähnten 7-Zoll-Variante (Codename Opal) war in San Francisco nicht zu sehen – aber laut Gerüchteköchen soll Opal ja sowieso frühestens im September erscheinen. (mue)