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100.000 .tel-Domains registriert

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Rund 100.000 .tel-Adressen wurden in den ersten 36 Stunden nach Start der britischen Registry Telnic registriert, teilte Kommunikationschef Justin Hayward mit. Nach über acht Jahren Vorbereitungszeit begann Telnic am Dienstagnachmittag mit dem Start der allgemeinen Registrierphase. Beim Start meldete die Registry 500 gleichzeitige Zugriffe. Insgesamt waren nach einem Tag rund 250.000 Anträge der Registrare abgearbeitet, 70.000 bekamen den Zuschlag für eine .tel-Domain.

Damit ist der Start vergleichbar mit dem allgemeinen Start von .info, der ersten neuen TLD 2001, bei der während des ersten Tages "mehrere zehntausend" Adressen registriert wurden. Es hat aber auch schon beeindruckendere Domain-Einführungen gegeben. 2006 sprengte die .eu innerhalb von einem Tag die Millionengrenze. 2004 sah die deutsche Registry Denic 600.000 Anfragen gleich zu Beginn der Vergabe von Umlautdomains und registrierte 130.000 Domains innerhalb der ersten 48 Stunden. Während es um die Umlautdomains danach allerdings ruhiger wurde, wuchs .eu rasch, .info langsamer.

Wie .tel im Markt ankommen wird und sich weiter entwickelt, ist schwer zu sagen. .tel ist keine klassische Domain, die als Heimat für eine Webseite gewählt werden kann. Vielmehr bietet .tel ein Adress- und Kontaktdatenverzeichnis, in das der Domaininhaber stets aktuelle Kontaktinformation oder Webseiten eintragen kann. .tel setzt praktisch die alte Idee der Telefonnummern-Domains ENUM um – nur dass .tel auf Nummern verzichtet. Wie groß der Bedarf dafür ist, muss sich zeigen.

Bei Telnic setzt man offenbar auf Vertriebspartnerschaften mit Unternehmen wie MySpace und British Telecom, die laut Telnic in Kürze mit dem Verkauf der Adressen beginnen. Für Deutschland meldete Telnic jüngst die Zusammenarbeit mit iWelt, einem Unternehmen, das 70 Verzeichnisdienste wie Das Telefonbuch oder Das Örtliche vertreibt. Durch die Zusammenarbeit mit Telnic werde "iWelt in der Lage sein, integrierte über .tel aufrufbare Online-Verzeichnisdienste zu betreiben", kündigten die Unternehmen an. (Monika Ermert) / (vbr)