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"100-Dollar-Laptop" im Test

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In Kürze wird die Massenproduktion des Billigst-Rechners anlaufen, mit dem das Projekt "One Laptop per Child" Schulkindern in Entwicklungs- und Schwellenländern Wissen vermitteln möchte. Mit seinem sonnenlichtgeeigneten Dualmode-Display und der Mesh-Vernetzung weist der "100-Dollar-Laptop" alias XO echte Alleinstellungsmerkmale auf, schreibt das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 07/2007.

Das von Nicholas Negroponte ins Leben gerufene Bildungsprojekt "One Laptop per Child" (OLPC) folgt der Überzeugung, dass durch Wissensvermittlung und Ausbildung von Schulkindern in Entwicklungs- und Schwellenländern die Welt ein Stück friedlicher wird. Die Inhalte und Kommunikationsmöglichkeiten, die der "100-Dollar-Laptop" den Kindern eröffnet, dienen diesem Ziel. Noch vor Jahresende soll die erste Million Geräte bei dem taiwanischen Hersteller Quanta Computer vom Band laufen. Der Stückpreis dürfte dann allerdings die angepeilten 100 US-Dollar deutlich überschreiten. Derzeit rechnet das OLPC-Projekt mit rund 140 US-Dollar, um überhaupt die Produktionskosten decken zu können.

Die Größe des XO-Laptops orientiert sich an Kinderhänden; es ist deutlich kleiner als herkömmliche Notebooks und wiegt mit Akku etwa ein Kilogramm. Sein Aushängeschild ist ein von Grund auf neu entwickeltes 7,5-Zoll-Display. Es zeigt unter praller Sonne wie auch drinnen ein gut ablesbares Bild und übertrifft in dieser Hinsicht alle handelsüblichen Notebook-Displays.

Auch bei der drahtlosen Kopplung der Geräte haben sich die Entwickler einen besonderen Kniff ausgedacht. Die WLAN-Chips kommunizieren untereinander als sogenanntes Mesh (vermaschtes Netz), in dem jeder Laptop Daten für andere weiterleitet. Das reduziert die Infrastruktur: Im Minimalfall genügt eine einzige WLAN-Basisstation, um alle Schüler ans Internet zu bringen. Das Mesh dient vor allem zur Vernetzung der Kinder untereinander, ohne dass externe Verbindungen notwendig sind.

Die nächsten Monate werden zum entscheidenden Prüfstein für das Projekt: Der XO-Laptop samt Software muss die Serienreife erreichen. Bevor die Massenproduktion starten kann, müssen mindestens fünf Millionen Laptops verbindlich vorbestellt sein. Bislang hat nur Libyen eine Absichtserklärung unterschrieben. Argentinien, Brasilien, Mexiko und Nigeria scheinen ebenfalls unterschreiben zu wollen, wenn die Geräte wie geplant funktionieren. Sollte das Projekt das derzeitige Tempo beibehalten, kann es allen Kritiken zum Trotz zuversichtlich in die Zukunft blicken.

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