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13,4 Kilogramm CO2 für einen 512-GByte-Speicherchip

Samsung hat UFS-3.0-Flash für Smartphones vom Carbon Trust zertifizieren lassen und nennt auch Ressourcenbedarf für andere Chips.

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Samsung veröffentlicht den "Carbon Footprint" eines UFS-3.0-Speicherbausteins mit 512 GByte.

(Bild: Samsung)

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Die Fertigung von Halbleiterbauelementen verschlingt Ressourcen, unter anderem weil viele der hochreinen Materialien mit hohem Energieaufwand produziert werden müssen. Der britische Carbon Trust nennt nun konkrete Werte für einen UFS-3.0-Flash-Speicherbaustein von Samsung mit 512 GByte Kapazität. Demnach benötigt seine Produktion 310 Liter Wasser (0,31 m³) und verursacht 13,4 Kilogramm CO2-Ausstoß.

Letzteres entspricht ungefähr der CO2-Menge, die bei der Verbrennung von fünf Litern Dieseltreibstoff entsteht (2,65 kg/Liter). Seit 2009 hat Samsung den ökologischen Fußabdruck von 28 weiteren SDRAM- und Flash-Chips sowie von SSDs untersuchen lassen. Die Daten sind auf der Samsung-Webseite aber schwer zu finden, sofern überhaupt vorhanden. Man findet sogenannte Environmental Product Declarations (EPDs) für Samsung-Produkte aber in der EPD-Datenbank des koreanischen Umweltministeriums.

Für die SATA-SSD 850 Evo mit 250 GByte nennt Samsung etwa einen CO2-Aufwand von knapp 9,4 Kilogramm, also weniger als für den winzigen UFS-3.0-Baustein mit 512 GByte, in dem aber mehrere gestapelte NAND-Flash-Einzelchips übereinander sitzen. Der Energieaufwand für die Chip-Fertigung ist wesentlich höher als für andere Bauteile wie SSD-Gehäuse und -Platine. Auch für einige Smartphones und Monitore hat Samsung Umweltbelastungsdaten veröffentlicht.

Auf der Apple-Webseite findet man "Umweltbilanzen" relativ leicht.

(Bild: Apple)

Für besonders viele eigene Produkte veröffentlicht Apple sogenannte "Umweltbilanzen". Demnach verursacht die Produktion, Nutzung und Entsorgung eines iPhone 11 mit 128 GByte Flash-Speicher 77 Kilogramm CO2-Äquivalent. Das wirkt akzeptabel, aber Apple verkauft pro Jahr über 150 Millionen iPhones.

Auch PC-Hersteller wie Dell, Fujitsu und Lenovo veröffentlichen für ausgewählte Produkte Life Cycle Assessments (LCAs). Bei einem PC oder Server spielt der Energiebedarf während der Nutzungsphase eine größere Rolle; dabei wiederum hängt das CO2-Äquivalent dann vom Strommix im Nutzungsland ab, wie das LCA des Fujitsu Esprimo P957 zeigt.

Auch TCO-zertifizierte Produkte müssen gewisse Ökostandards einhalten, man findet sie im TCO Product Finder.

Die Umweltdaten unterschiedlicher Produkte sind oft nur schwer miteinander vergleichbar. So veröffentlicht Seagate etwa Daten zu Helium-Festplatten, bezieht das CO2-Äquivalent aber auf Kapazität und Jahr. Bei einer solchen 3,5-Zoll-Platte spielt der Stromverbrauch im Betrieb eine größere Rolle als die Fertigung. Dabei wiederum gehen Annahmen zur Nutzung in die Einschätzung ein, vor allem die Zahl der Betriebsstunden pro Jahr.

Die Erstellung eines Life Cycle Assessment nach anerkannten und zertifizierbaren Methoden kann über zehntausend Euro kosten, dauert mehrere Monate und gilt nur für diese konkrete Produktvariante. Für kleinere Firmen, die Geräte in vielen Versionen verkaufen, ist der Aufwand für eine komplette LCA-Dokumentation sehr hoch. (ciw)