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15 Jahre AVM Fritzbox: Fast raus aus der Pubertät

Vom Einzelkind zur Großfamilie in 15 Jahren: AVMs erster Fritzbox-Router wurde 2004 zum Keim eines großen Produktportfolios rund um die Heimvernetzung.

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15 Jahre Fritzbox: Fast raus in der Pubertät

(Bild: AVM )

So kann man sich täuschen: Spannender als den All-in-one-Router, der sich in den folgenden Jahren zu einem Knaller entwickeln sollte, fanden wir auf der CeBIT 2004 den BlueFritz-USB-Stick für Bluetooth und einen VPN-Router mit WLAN für weniger als 200 Euro.

Auf den Tag genau heute vor 15 Jahren zeigte AVM auf der damals noch wichtigsten IT-Messe der Welt die erste Fritzbox, einen ADSL-Router mit integriertem Modem, der seinerzeit rasante 8 MBit/s im Downstream bewältigen konnte. Die Box hatte weder eine integrierte Telefonanlage noch WLAN, beides folgte mit neuen Modellen kurz darauf.

15 Jahre Fritzbox (5 Bilder)

Fritzbox FON

Die zweite Fritzbox überhaupt, das FON-Modell von 2004, passte noch auf eine (große) Hand: ADSL mit 8 MBit/s, 1 x LAN, USB, ISDN S0 und 2 x Analogtelefon, mehr Anschlüsse hatte sie nicht.

Erst ohne, dann mit und nun wieder meistens ohne Antennen: Das Gehäuse der Fritzboxen hat sich in den 15 Jahren nur selten grundlegend gewandelt. Die Box liegt als Keil meist auf Schreibtischen oder Regalbrettern, lässt sich aber auch vertikal an die Wand setzen. Einzig die beiden Modellreihen 758x und 659x und der Mobilfunk-Router 6820 LTE recken sich im Tower-Format.

Bei ihrer lange Zeit von reichlich Ketchup-Rot geprägten Schale war es wohl unvermeidbar, dass die Box sich bei ihren Nutzern den Kosenamen Fritte einfing. Womöglich sollte das Rot aber auch Assoziationen zu einer italienischen Luxus-Fahrzeugmarke wecken. ;-) Inzwischen werden die Fritz-Geräte dezenter: Die jüngst vorgestellten WLAN-Repeater 600, 1200 und 2400 tragen keinen auffälligen, roten Streifen mehr, sondern nur noch einen Akzent auf der Koppeltaste.

Die Betriebssoftware der Fritzbox hat AVM konsequent auf Nutzerfreundlichkeit getrimmt: Assistenten nehmen ihn im Browser zur Einrichtung an die Hand, sodass man den Router an allen Internet-Anschlusstypen (xDSL, TV-Kabel, Mobilfunk, Ethernet) schnell zum Laufen bekommt. Gleichwohl lässt die Box erfahrenen Vernetzern viele Freiheiten, und manche Dinge – etwa IPv6-Routerkaskadierung – funktionieren bei ihr auch reibungsärmer als bei anderen Fabrikaten.

Im jugendlichen Alter von 10 Jahren musste die Fritzbox anno 2014 einen schweren rechten Haken einstecken, weil sie ihre Deckung vernachlässigte: Über ungewöhnlich hohe Telefonrechnungen fiel ein übler Firmware-Bug auf, durch den sich die Router kapern ließen. Mit solchen Problemen ist die Box freilich nicht allein, sie treten auch bei anderen Herstellern immer wieder auf. Anders als diese hat AVM das Loch aber nicht nur bei den seinerzeit verkauften Geräten gestopft, sondern auch für sehr alte Geräte noch eine ausgebesserte Firmware herausgebracht.

In der Folge hat die Fritzbox digitale Selbstverteidigung gelernt: Sicherheitsrelevante Firmware-Updates installiert sie automatisch, wenn man das nicht bewusst abschaltet. Allzu leicht fängt sie sich also keine Veilchen mehr ein. Also alles Gute, Fritte! Wie Du wohl in 15 Jahren aussiehst? (ea)