17C3: Startup-Mitarbeiter sollten lieber draußen bleiben

Auf dem 17. Chaos Communication Congress der Hackerszene sind Vertreter der New Economy nicht gern gesehen.

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Von
  • Stefan Krempl

Nach all den Pleiten, Pech und Pannen in diesem Jahr trifft die Gründer und Mitarbeiter von Startups und Dot.Coms jetzt auch noch der Bannstrahl der Hacker. Obwohl bekannte Mitglieder des Chaos Computer Clubs wie Andreas Bogk von Convergence oder Frank Rieger von Gate5 längst in New-Economy-Firmen arbeiten beziehungsweise ihre eigenen Startups gegründet haben, schlägt den verhinderten Netzgeschäftemachern im Haus am Köllnischen Park überall eine Welle der Ablehnung entgegen.

Schon vor dem dieses Jahr weiß verhüllten Eingangstor aus der Berliner "Raumstation" C-Base dürfte die "Durchstarter", die sich in das ehemalige SED-Kongresszentrum verirren, der blanke Schock treffen: Die Organisatoren der "europäischen Hackerparty" haben extra ihre Tarife neu überdacht. So müssen Besucher aus der Wirtschaft den sich mit 230 Mark noch im Rahmen haltenden "Economy-Preis" zahlen – während der "New-Economy-Tarif" mit satten 2300 Mark ausgewiesen ist.

Doch selbst, wer die stolze Summe gezahlt hat, kommt damit nicht weit: Am Schwarzen Brett mit den Veranstaltungs-"Fahrplänen" für die nächsten zwei Tage dürfte ihm endgültig vor Augen treten, dass er beim 17C3 höchstens als Geldgeber willkommen ist. "Mitarbeiter von Startups sind von der Teilnahme ausgeschlossen", steht da beispielsweise in großen Lettern unter der Einladung der Häcksen zu den "Mario-Kart-Meisterschaften".

"Wir wollen mit den Geschäftemachern nichts zu tun haben", erläutert Frank Rieger, ehemaliger CCC-Sprecher und seit kurzem Vorstand von Gate5, die Anti-Startup-Maßnahmen. Sein Unternehmen grenze sich von Geburt an von dem Gebaren der Dot.Com-Gründer ab, beschäftige keine "Netzsklaven" und sei nicht einmal an Partnerschaften mit den üblichen Verdächtigen aus der Startup-Szene interessiert. Ob bisher überhaupt jemand den "New-Economy-Tarif" bezahlt hat, konnten die Kassenwarte noch nicht sagen. (Stefan Krempl) / (jk)