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2 Jahre Snowden-Enthüllungen: NSA-Whistleblower ist zufrieden

Vor zwei Jahren begann der Guardian mit der Enthüllung der Snowden-Dokumente zur NSA-Massenüberwachung. Seitdem ist viel geschehen und Edward Sowden selbst ist zufrieden. Es sei viel erreicht worden und ein neues Bewusstsein entwickle sich.

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Edward Snowden ist zum Symbol für den Kampf gegen Überwachung geworden.

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Genau zwei Jahre nach Beginn seiner immer noch anhaltenden Enthüllungen zur weltweiten Massenüberwachung von NSA und Co. ist Edward Snowden zufrieden mit dem bereits Erreichten. Der Unterschied zu dem Zustand im Sommer 2013 sei tiefgreifend, schreibt er in einem Kommentar in der New York Times. In den USA seien die Rechte der NSA eingeschränkt worden, in Europa seien ähnliche Entscheidungen getroffen worden. Auch im technischen Bereich seien Fortschritte erzielt worden, Verschlüsselung etwa gelte nicht mehr als "esoterisch und unnötig".

NSA-Skandal

Die NSA, der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen sowie staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dazu hat Edward Snowden enthüllt.

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Auch wenn sich Snowden überzeugt gibt, dass ein weiter Weg zurückgelegt worden sei, hält er das Recht auf Privatsphäre weiterhin für gefährdet. Einige der größten Onlinedienste kooperierten weiterhin mit der NSA, andere Unternehmen würden verpflichtet, gegen statt für die Interessen ihrer Kunden zu handeln. Außerdem würden immer noch milliardenfach Standortinformationen gesammelt und Verbindungsdaten abgegriffen beziehungsweise ausgewertet. Regierungen würden auch gezielt Schwachstellen in der IT nutzen, um private Leben in ein offenes Buch zu verwandeln.

Snowden erinnert auch daran, dass Regierungen in Australien, Kanada, und Frankreich erst in jüngster Zeit Tragödien ausgenutzt hätten, um noch mehr Überwachung zu ermöglichen. Obwohl es immer noch keine Beweise gebe, dass damit Angriffe wie der auf Charlie Hebdo verhindert werden könnten. Zu Beginn des neuen Millenniums hätten sich wohl nur wenige vorstellen können, dass die "Bürger entwickelter Demokratien bald das Konzept einer freien Gesellschaft gegen die eigenen Staatsführungen verteidigen müssten".

Trotzdem meint er einen Prioritätenwechsel zu beobachten. Es bilde sich gerade eine "Nach-Terror-Generation", die eine Weltsicht unter Rückgriff auf eine einzige Tragödie ablehnt. Erstmals seit den Anschlägen vom 11. September 2001 schäle sich eine Politik heraus, die sich abwendet von Angst und Widerstandsfähigkeit beziehungsweise Vernunft vorzieht. Jeder juristische Sieg, jede Gesetzesänderung zeige, dass Fakten besser überzeugen als Angst: "Als Gesellschaft entdecken wir wieder, dass der Wert eines Rechts nicht in dem liegt, was es versteckt, sondern dem was es schützt", schließt Snowden. (mho)