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2050 sollen Fußball-Roboter gegen den Weltmeister antreten

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In fünfzig Jahren, so die ehrgeizige Vorgabe der Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft RoboCup, sollen humanoide Roboter nach den offiziellen Regeln der FIFA gegen den amtierenden menschlichen Fußballweltmeister antreten und gewinnen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, was man auch bei dem ersten RoboCup German Open vom 8. bis 10. Juni sehen können wird.

Veranstaltet wird RoboCup GermanOpen vom Institut für Autonome intelligente Systeme der GMD in Sankt Augustin. Im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn werden am Wochenende 30 Teams aus neun Ländern in fünf Klassen um den Titel kämpfen. Das ist auch ein letzter Test, bevor es dann zur Weltmeisterschaft geht, die seit 1997 jährlich veranstaltet wird und dieses Mal vom 2. bis 10. August in Seattle stattfindet.

Beim RoboCup wird in unterschiedlichen Ligen gespielt. Bei der "Simulation League" spielen jeweils 11 Agentenprogramme auf einem virtuellen Spielfeld. Mit dem Verzicht auf den Körper ist hier die Perfektion natürlich am weitesten gediehen. Bei der Middle Size League sind die völlig autonom agierenden und über Funk kommunizierenden Spieler (drei Feldspieler und ein Torwart) bis zu 80 cm groß und treten auf einem 5 x 9 Meter großen Spielfeld gegeneinander an. In der Middle Size League kämpfen jeweils 5 Spieler, die in einen 18 cm großen Zylinder passen müssen, auf einem Spielfeld von der Größe 152,5 x 274 cm gegeneinander. Hier darf eine Kamera über dem Spielfeld als gemeinsames Auge mit verwendet werden. Seit 1999 gibt es auch die Sony Legged Robot League, bei der die bekannten Sony-Hunde zum Einsatz kommen. Jeweils drei Vierbeiner spielen in einer Mannschaft. Und in der Junior League können Kinder selbst gebaute Roboter vorführen.

Die Fußballmeisterschaften der Roboter spiegeln in erster Linie den technischen und wissenschaftlichen Stand wieder und sollen die Forschung im Bereich KI und mobile autonome Roboter fördern. Aber es gibt auch immer wieder etwas zu lachen, wenn etwa die Roboterhündchen sich hinsetzen und einfach zuschauen, wie der Ball an ihnen vorbei rollt, oder ein Torwart höflich den gegnerischen Stürmern Platz macht. Natürlich werden die Spiele in Paderborn live über das Internet übertragen.

Siehe auch in Telepolis: Noch 50 Jahre bis zum Entscheidungsspiel. (fr)