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25 Jahre GSM-Netz: Als das Handy massentauglich wurde

Vor 25 Jahren haben Mannesmann und die Telekom die beiden ersten deutschen GSM-Netze in Betrieb genommen. Die D-Netze ebneten den Weg für den Triumphzug der Mobiltelefone.

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Frühes GSM-Handy: Ein "Knochen" von Motorola mit Zubehör neben einem jüngeren Nokia.

(Bild: Volker Artmann/Wikimedia Commons/CC BY-SA 2.5 )

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1992 waren die SIM-Karten eine Neuheit – und so groß wie eine Kreditkarte. So überproportioniert, wie aus heutiger Sicht die gesamte Mobilfunk-Ausrüstung der frühen 1990er Jahre wirkt. Nicht umsonst ist das Motorola International 3200, heute ein Sammlerstück, eher unter seinem Kosenamen "Knochen" bekannt.

Doch dass es überhaupt eine SIM-Karte gibt, mit der man sein Handy wechseln kann, ohne die Nummer zu verlieren, war eine Revolution. Eine von gleich mehreren, die das neue GSM-Netz mit sich brachte, das vor 25 Jahren in Deutschland in Betrieb ging. Am 30. Juni 1992 ging das D2-Netz von Vodafone, damals noch Mannesmann Mobilfunk, live. Einen Tag später startete die Telekom das D1-Netz und hob ihre Mobilfunktochter "T-Mobile" aus der Taufe.

GSM (ursprünglich "Groupe Spécial Mobile", später als "Global System for Mobile Communications" bekannt) ist der erste digitale Mobilfunkstandard. Die GSM-Netze (2G) folgten in Deutschland auf die analogen Netze A, B und C (1G), die Mobilfunk nur zu hohen Preisen und in Ballungszentren ermöglichten. Handys kosteten damals mehrere Tausend Mark, eine Gesprächsminute knapp 2 Mark.

Auch der "Knochen" von Motorola, eines der ersten GSM-Handys, war mit einem Preis von 3000 Mark eine echte Investition. Von den heutzutage üblichen All-Inclusive-Tarifen war noch keine Rede. Mannesmann berechnete seinen Mobilfunkkunden eine monatliche Grundgebühr von 77,52 DM. Die Minutenpreise unterschieden sich wie im Festnetz nach Tageszeit: Tagsüber kostete eine Minute 1,44 DM, nach 19:00 Uhr nur noch 49 Pfennig. Auch Roaming war mit GSM zum ersten Mal möglich.

Ende 1992 registrierten die deutschen Anbieter die erste Million Mobilfunkkarten in ihren Netzen. Die Akzeptanz der neuen Technik wuchs nur langsam. Mit einem bimmelnden Handy oder öffentlichen Gesprächen konnte man sich leicht die Missbilligung seiner Mitbürger zuziehen. Heute hat statistisch jeder Büger mindestens ein Handy. Laut Bundesnetzagentur sind in Deutschland heute über 130 Millionen SIM-Karten aktiv.

Weltweit ist die offene GSM-Spezifikation noch immer der meistverbreitete Mobilfunkstandard, praktisch ganz Deutschland ist heute abgedeckt. Allerdings eignet sich GSM hauptsächlich für Telefonie und SMS. Die moderneren Standards UMTS (3G) und LTE (4G) lassen Nutzer unterwegs mit deutlich flotteren Geschwindigkeiten im mobilen Internet surfen – GSM schafft mit EDGE-Technik nur eine maximale Datenübertragungsrate von 220 KBit/s, mit LTE sind bis zu 500 MBit/s möglich. (dahe)