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28 Millionen Deutsche mit eigenen Inhalten und Profilen im Netz

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Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom hatten vergangenes Jahr 40 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren persönliche Informationen wie Profile, Bilder und Gedanken im Internet veröffentlicht, 17 Prozentpunkte mehr als 2008. Das Internet sei eine "ideale Selbstdarstellungsplattform", sagte Mario Tobias von der Branchenvereinigung am Rande einer Konferenz zum "Safer Internet Day" der EU am heutigen Dienstag in Berlin. 60 Prozent aller Surfer hierzulande seien mittlerweile Mitglied mindestens eines Netzwerks. Unter den 14- bis 29-Jährigen seien sogar neun von zehn Netzbürgern in Communitys aktiv.

Die Befragung hat laut Tobias auch ergeben, dass "jeder vierte Surfer flunkert". Das entspreche 12 Millionen Deutschen über 14 Jahren. 58 Prozent der Anwender, die Falschangaben machten, sei es suspekt, so viele persönliche Daten preisgeben zu müssen. 10 Prozent hätten als Grund für unrichtige Auskünfte genannt, dass sie sich unerkannt nach einem neuen Partner umschauen wollten.

Als Schutz vor Datenmissbrauch hält der Verband unwahre Angaben nur bedingt geeignet. Gemeinsam mit Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat er daher "zehn Empfehlungen (PDF-Datei) für Datenschutz und Sicherheit im Internet" veröffentlicht. In Formularen sollten demnach nur Informationen angegeben werden, die zur Nutzung der Dienste wirklich nötig sind. Voreinstellungen zum Datenschutz in sozialen Netzwerken sollten zudem individuell eingestellt, etwa Fotos oder Kontaktdaten nur Bekannten zugänglich gemacht werden. Wichtig seien auch sorgfältig gewählte Passwörter und der Einsatz aktueller PC-Sicherheitsprogramme.

Einig waren sich Aigner und Bitkom, dass das Datenschutzrecht weiter an die digitale Entwicklung angepasst werden müsse. Die CSU-Politikerin forderte außerdem, dass Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen verwendet werden dürfen. Wer persönliche Daten ins Netz stelle, sollte ferner grundsätzlich das Recht behalten, diese wieder zu löschen. Aigner appellierte an Anbieter virtueller Gemeinschaften, einen "Kopierschutz" zu schaffen, damit von den Nutzern geschaffene Inhalte nicht "an anderer Stelle ins Netz gestellt werden können". (Stefan Krempl) / (anw)

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