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3 Österreich will Festnetz-Breitband mit neuen Flatrates ausstechen

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Mit neuen Tarife für drahtlosen Internet-Zugang will der österreichische Mobilfunk-Anbieter 3 dem Festnetz Konkurrenz machen. Dabei stehen Flatrates stärker als bisher im Vordergrund, eine Drosselung der Geschwindigkeit je nach Verbrauch gibt es nicht. Vielmehr sind die neuen Produkte, wie vom Festnetz bekannt, nach Bandbreite gestaffelt. In Zukunft soll es auch Tarife geben, die nach unterstützen Protokollen und Diensten differenzieren. 3 ist zwar bei mobiler Sprachtelefonie der kleinste Anbieter des Landes, im Datenbereich aber führend. Im 3-Netz wird jedes Monat mehr als 1 Petabyte übertragen.

"Eine Flatrate ist das, was der Kunde zu Hause erwartet", sagte 3-CEO Jan Trionow, "Eine Flatrate ist absolut erforderlich." Die "3DataSuperFlat" für 15 Euro monatlich erlaubt unbegrenzte Nutzung in den 3-Netzen von Österreich, Italien, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Irland, Australien und bis auf Weiteres auch Hongkong. Die höchstmögliche Geschwindigkeit liegt bei 6 Mbit/s im Download und 1 Mbit/s im Upload.

Bei 24-Monats-Bindung können Neukunden den neuen "Webcube" gratis beziehen. Dieser blau leuchtende Würfel soll technisch unerfahrenen Kunden die Nutzung erleichtern. Einmal mit Strom versorgt geht er automatisch über HSPA online (technisch bis zu 7,2 Mbit/s down und 5,76 Mbit/s up) und stellt diesen Internetzugang maximal fünf Geräten über WLAN passwortgeschützt zur Verfügung. Im 2G-Netz des nationalen Roaming-Partners A1TA haben Webcubes aber Sendepause, da sie GSM/GPRS/EDGE nicht unterstützen.

Wer es schneller haben möchte, kann die "3DataSuperFlat Speed" für 29 Euro monatlich nehmen. Damit sind bis zu 30 Mbit/s im Downstream und bis zu 4 Mbit/s im Upload möglich. In einigen Wochen soll dazu ein Netgear-Router verfügbar sein, der mit Modems im USB-Stick-Format verbunden werden kann. Für Businesskunden gedacht ist die Möglichkeit, gegen 4 Euro monatlichen Aufpreis eine fixe IP-Adresse zu nutzen. Für Gelegenheitsnutzer bietet der Provider einen Tarif mit 9 GByte Traffic bei maximal 2 Mbit/s Download-Tempo für 9 Euro pro Monat. Mehrverbrauch kostet 10 Cent/MByte. Bislang war der 9-Euro-Tarif ungebremst angeboten worden, die (kaum beworbene) ungebremste Flatrate kostete knapp 25 Euro.

3 lässt das Mobilfunknetz derzeit von ZTE erneuern und auf HSPA+ mit bis zu 42 Mbit/s aufrüsten. Zusätzlich wird dann an ausgewählten Stellen auch LTE installiert werden. Derzeit seien die LTE-Modems noch zu teuer, sagte Trionow gegenüber heise online, weshalb momentan nur in Wien-Simmering ein Testnetz besteht. Große Bedeutung werde LTE im kommenden Jahr erlangen. Auch IPv6 ist bei 3 momentan gegenwärtig kein Thema. Österreich habe noch genügend Reserven an IPv4-Adressen, meinte der CEO und ehemalige Cheftechniker im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

Mitbewerber Orange bietet Studenten und Mitarbeitern österreichischer Universitäten dieser Tage einen Breitband-Tarif mit 6 GByte Transfervolumen um 5 Euro monatlich an.

Rund 44 Prozent aller Breitband-Anschlüsse in Österreich entfielen 2010 auf Mobilfunk-Netze, DSL und Kabel kamen zusammen auf nur mehr 49 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Mobilfunk-Anteil auf über 50 Prozent wachsen, nicht zuletzt aufgrund der weiteren Beschleunigung aller vier Netze. (vbr)