Menü

30 Jahre Intel 386 - und immer noch aktuell

Er war "besser und schneller als der 80286" und war vor allem auch deutlich schneller als der iAPX432 - und sein Instruktionssatz ist auch heute noch aktuell: der Intel 80386

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 575 Beiträge
30 Jahre Intel 386

Vor 30 Jahren, am 17. Oktober 1985, brachte Intel den 386-Prozessor heraus. Bei c't gabs im Rahmen der Systems-Berichterstattung (damals eine nicht ganz unwichtige IT-Messe in München) in c't 1/86 eine Kurzmeldung dazu: "Rechtzeitig zur Systems gibt es nun auch offiziell Intels 80386, den neuen 32-Bit-Prozessor. Noch besser und schneller als der 80286 bleibt er aber dennoch Software-kompatibel zu all seinen Vorgängern (vom 8086/88 an aufwärts)."

Die des Intel A80386DX-20

(Bild:  Pdesousa359 , Lizenz Creative Commons CC BY-SA 3.0 )

Vorangegangen war einer der größten "Rasenkriege" in der IT-Geschichte, nämlich zwischen den konkurrierenden iAPX432- und 386-Teams. Rasenkrieg (Turf war) – so nennt man den teils heftig geführten firmeninternen Wettstreit zweier oder mehrerer Arbeitsgruppen um ein Produkt. Der wohl bekannteste Turf War bei Entwicklung eines neuen Computers wurde von Tracy Kidder in "Die Seele einer neuen Maschine" beschrieben – dafür bekam er 1982 den Pulitzerpreis.

Bei Intel gab es das mächtige iAPX432-Team, deren neu designte 32-bittige High-Level-Prozessorarchitektur dem 286 weit voraus sein sollte. Nur kam das arrivierte iAPX432-Team mit der Performance ihres Sprösslings nicht in die Pötte. Und so überholten es die "jungen Wilden" rund um Projektleiter John H. Crawford und den Architekten Pat P. Gelsinger mit dem eigentlich nur als Lückenbüßer gedachten 80386.

Letztlich entschied dann die Firmenleitung um CEO Dr. Gordon Moore und Präsident Andrew Grove, den iAPX432 einzustampfen und für die Zukunft auf x86 zu setzen. Das iAPX432-Team machte dann mit dem anderen Prozessor, dem i960, weiter und arbeitete später am Pentium Pro mit.

Viele Gebrauchsspuren auf dem Intel 80386 Programmer's Reference Manual von c't aus dem Jahre 1986

Pat Gelsinger hat diese Phase sehr schön vor 12 Jahren in c't 13/2003 im Artikel "For ever young" beschrieben. Als Autor hatte er schon Erfahrung: Zusammen mit John Crawford brachte er ein Buch über "Programming the 80386" heraus, das mit zum Erfolg der Architektur beitrug.

Der Inhalt ist auch heute noch aktuell, denn der 386-Instruktionssatz stellt weiterhin die Basis der aktuellen x86-Architekturen dar. Der ist zwar inzwischen erweitert um MMX, SSE, AVX und insbesondere um 64 Bit – wobei die letzte Erweiterung nicht von Intel, sondern von AMD stammt –, doch 30 Jahre nach Einführung gibt es immer noch zahlreiche Programme, die nur klassischen 386-Code verwenden, Winword aus Office 15 zum Beispiel.

John Crawford, inzwischen 62-jährig, hat Intel 2013 nach 36 Jahren verlassen und ist jetzt im Board of Directors von Global Media Outreach. Pat Gelsinger, 54, hatte schon im Jahr zuvor Intel nach 33 Jahren verlassen. Er leitet jetzt als CEO die Geschicke von VMware. (as)

Anzeige
Anzeige