30 Jahre Photoshop: Etwas Historie und ein Ausblick auf neue Funktionen

Zum 30. Geburtstag von Photoshop kündigt Adobe Neuigkeiten für die Desktop- und die iPad-Version an. Letztere bekommt verbesserte Auswahl- und Textwerkzeuge.

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Die meiste Zeit seiner 30-jährigen Geschichte war Photoshop auf dem Desktop beheimatet. Nun läuft Photoshop CC mit vielen aber nicht allen Fuktionen des Vorbilds auch auf dem iPad.

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Vor 30 Jahren ist Photoshop 1.0 erschienen und seitdem hat es die Arbeit von Künstlern, Designern und Fotografen maßgeblich beeinflusst. Zum Jubiläum stellt Adobe Updates mit neuen Funktionen für die Desktop- und die iPad-Version vor.

Es war ein weiter Weg zum heutigen Photoshop. Hier nur ein paar Meilensteine: 1991 erschien Version 2.0 mit Unterstützung für Pfade und CMYK, 1992 kam Verarbeitung in 16 Bit pro Kanal hinzu, 1994 brachte Ebenen und Überblendmodi, 1996 Einstellungsebenen und Makros. 1998 ergänzte Adobe die Historypalette und Farbverwaltung, 2000 den in der Beautyretusche beliebten Verflüssigenfilter, 2002 das Import-Plug-in Camera Raw und 2007 Smartfilter sowie Schnellauswahl.

Dann wurden die Taktzahlen allmählich langsamer. Das Jahr 2010 brachte inhaltsbasierte Füllung, 2015 die Integration von Adobe Stock und 2019 schließlich die Ablage von Dokumenten in der Cloud. Die Zukunft von Photoshop liegt laut Adobe in weiterer Vernetzung, künstlicher Intelligenz und der Version fürs iPad und andere Mobilgeräte.

Photoshop feiert Geburtstag (42 Bilder)

Die erste Photoshop-Box

Am 19.2.1990 erschien Photoshop 1.0 als Box im Handel. Nein, liebe Kinder, eine Download-Version gab es nicht. Das Paket kostete schon damals stattliche 895 US-Dollar.

Zum 30. Jubiläum will Adobe ein Update für die Mac- und Windows-Version von Photoshop CC veröffentlichen. Es soll die rechenintensiven Filter "inhaltsbasierte Füllung" und "Objektivunschärfe" auf die GPU auslagern, damit die Filter schneller auf Einstellungen reagieren als zuvor. Adobe hat aber auch deren Funktionen erweitert.

Das Resultat des Filters Objektivunschärfe soll künftig näher am fotografischen Vorbild liegen und mehr Flexibilität bieten. Dafür nutzt er, wenn vorhanden, die Tiefeninformationen der Smartphone-Kamera beispielsweise von Dual-Lens-iPhones für eine realistischere Tiefenunschärfe. Den Fokuspunkt kann man künftig über einen Schieberegler oder per Mausklick ins Bild setzen.

Der Filter zur inhaltsbasierten Füllung zeigt in der aktualisierten Version eine Zweifensteransicht mit einem Vorschaufenster, das zeigt, wie die inhaltsbasiert gefüllte Region aussehen wird. Alle Füllungen legt Photoshop auf separate Ebenen.

Photoshop CC hat einen erweiterten Dialog zur Objektivunschärfe erhalten.

Seit der Adobe Max im November 2019 steht Photoshop auch als iPad-Version zur Verfügung, die allerdings längst nicht alle Funktionen des Vorbilds unterstützt. Seither wird sie kontinuierlich erweitert, beispielsweise erst kürzlich erst um die Objektauswahl. Mit dieser Funktion wird das Hauptmotiv des Fotos über künstliche Intelligenz erkannt und ausgewählt – ohne einen eigenen Mausklick.

Ein Werkzeug zur Rechteckauswahl gibt etwas mehr Kontrolle über die automatische Auswahl, indem man das gewünschte Motiv mit einem Rechteck markiert. Den Rest erledigt der Algorithmus. Auf die gleiche Weise kann man beispielsweise Lücken und Aussparungen von der Auswahl abziehen.

Im Laufe des Jahres, allerdings noch nicht im jetzigen Update, soll der Filter Kante verbessern auch auf dem iPad verfügbar sein. Mit ihm lassen sich schwierige Kanten, beispielsweise Haare, und andere Unsauberkeiten minimieren.

Im Laufe des Jahres soll die iPad-Version auch den Auswahlfilter "Kante verbessern" unterstützen.

Mit dem Textwerkzeug der aktuellen iPad-Version kann man Ausrichtung, Größe und Abstände intuitiver als in der Desktop-Version mithilfe einer Reihe Schieberegler bestimmen. Über ein Auswahlmenü kann man direkt auf Adobe Fonts zugreifen. Kerning wird bisher nicht unterstützt.

Alle beschriebenen Updates abgesehen vom Kante-verbessern-Filter für die iPad-Version sollen laut Adobe ab sofort verfügbar sein. Die Nutzung beider Versionen setzt eine Creative-Cloud-Mitgliedschaft voraus. Günstigste Variante ist das Foto-Abo für 11,89 Euro pro Monat‎. Die iPad-Version läuft auf dem iPad Air 2, iPad Mini 4, dem iPad der fünften Generation und dem iPad Pro. (akr)