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30 Jahre "Zurück in die Zukunft“: Mit dem DeLorean auf Zeitreise

Heute vor genau 30 Jahren startete Marty McFly in den deutschen Kinos seine Zeitreise im umgebautem DeLorean. Ein persönlicher Rückblick auf ein Stück Nerdkultur.

Zurück in die Zukunft

(Bild: Universal Studios)

Mit 11 Jahren entwickelte ich eine besondere Vorliebe für Science-Fiction-Filme. Auslöser dafür war nicht etwa "Star Wars“, sondern Robert Zemeckis’ "Zurück in die Zukunft“.

Da ich selbst nun erst 31 bin, habe ich den Film damals nicht im Kino, sondern nur auf VHS gesehen und später immer wieder auf DVD und im TV. Ich habe ihn sogar so oft gesehen, dass ich die Dialoge auswendig kannte, aber jedes Mal weitere witzige Details entdeckte (Stichwort: "Lone Pine Mall“).

Auch wenn mir damals die Zeitreise-Thematik im Detail zu komplex war, zog mich der Film in seinen Bann. Kaum ein Streifen aus den 80er oder 90er Jahren hat mich so sehr begeistert und ist in meinem Gedächtnis geblieben.

Das Zeitreise-Abenteuer des Teenagers Marty McFly, der sich dank zu einer Zeitmaschine umgebautem DeLorean DMC-12 in den 50ern seiner Heimatstadt Hill Valley wiederfindet, hat bis heute nichts von seiner Magie verloren und ist erstaunlich "gut" gealtert. Zu verdanken ist das dem ausgefeilten Drehbuch und gut getimten Gags. Dazu gesellen sich eine tolle Besetzung und die grandiose Filmmusik. "The Power Of Love" und "Johnny Be Good" (natürlich Martys Version!) schallen auch heute noch durch meine Kopfhörer.

Im Jahr bevor "Zurück in die Zukunft" in die Kinos kam, hatte sich James Cameron im "Terminator“ mit Zeitreisen auseinandergesetzt und eine Dystopie entworfen. Zemeckis aber gab dem Kontra und verpackte seine Interpretation in eine Familienkomödie, die es fertig bringt, in den drei Filmen ziemlich komplexe Zeitlinien ohne offensichtliche Widersprüche auf die Leinwand zu bringen. Das ist gar nicht so einfach, wie das folgende Diagramm zeigt:

Eine Trilogie voller Zeitreisen ohne Widersprüche umzusetzen ist gar nicht so einfach.

(Bild:  "Ritchy" )

Die Trilogie lebt maßgeblich von ihren Charakteren, dem verrückten Wissenschaftler Doc Brown und Teenager Marty McFly. Die Filme verhalfen sowohl Christopher Lloyd als auch Michael J. Fox zu ihrem Durchbruch in Hollywood. Welcher Junge wollte damals nicht so sein wie Marty? Ein musikalisch talentierter Teenager mit einer lockeren Art und hübscher Freundin. Und dass Marty in den 50er Jahren mal nebenbei das Skateboard und den Rock’n’Roll erfindet, macht die Sache noch cooler.

Als ich Jahre später erfuhr, dass der Film ursprünglich mit Eric Stoltz ("Die Maske") gedreht worden war, bis Michael J. Fox mittendrin "eingewechselt" wurde, war ich baff – erst recht, nachdem ich Dokus über den Film gesehen habe und die Szenen mit Stoltz quasi identisch aussahen.

Neben dem Zeitreisen, das auch heutzutage noch in vielen Science-Fiction Filmen ein zentrales Thema ist, stellt "Zurück in die Zukunft" den Zuschauer aber auch vor die Frage: Wie waren meine Eltern, als sie so alt waren wie ich? Marty erlebt diese besondere Situation und muss erschreckend feststellen, das sie gar nicht so unschuldig waren wie sie vorgaben. Diese zeitlose Überlegung sorgt dafür, dass der Film auch heute noch funktioniert.

Eigentlich sollte es ursprünglich nur einen Film geben, das "to be continued…" am Ende war nur ein Schluss-Gag des Regisseurs. Nach dem Kinoerfolg produzierten Zemeckis und Universal dann in den 1980ern die beiden gelungenen Fortsetzungen. Doch während Jahr für Jahr Remakes und Reboots diverser früherer Blockbuster in die Kinos trudeln, blieb "Zurück in die Zukunft“ bisher unangetastet. Wenn es nach Robert Zemeckis geht, wird das nie passieren – zumindest nicht solange er lebt. Wenn es nach mir geht, ist das genau richtig: Mir ist der echte Achtziger-Charme lieber als ein nachgemachter und besser werden die Filme dadurch auch nicht.

Pünktlich am 21. Oktober 2015, das Datum an dem Marty in Teil zwei in der Zukunft eintrifft, bringt Universal die Trilogie für einen Abend wieder in die Kinos. Ich freue mich auf eine weitere Zeitreise in meine Jugend, diesmal aber endlich auf der großen Leinwand!

To be continued ... (Jan Bühler) / (vza)

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