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34C3: Snowden ruft zu Spenden für Flüchtlinge auf

Per Video zugeschaltet, lobte der NSA-Whistleblower Hacker als große Zweifler. Er forderte seine Zuhörer auf, für die Flüchtlinge zu spenden, die ihn in Hongkong versteckten.

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34C3: Die Welt braucht Hacker

Via Skype wurden auf dem 34C3 jene Flüchtlinge zugeschaltet, die Edward Snowden einst in Hongkong Unterschlupf gewährten.

(Bild: Detlef Borchers)

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Kongress-Vortrag im Jahr darauf wiederholt wird. Aus traurigem Anlass passierte es diesmal in Leipzig: Die Lage der Flüchtlinge, die Edward Snowden in Hongkong vor den Geheimdiensten versteckten, ist unverändert schlecht, wie vor einem Jahr. Und sie verschlechtert sich weiter: Wie ihr Rechtsanwalt Robert Tibbo erzählte, will die Stadtregierung von Hongkong sie nicht als Flüchtlinge anerkennen. Sie hat den zwei Familien, die Snowden beherbergten, die Unterstützungsleistungen weitgehend gestrichen und Snowdens damaligen Bodyguard zwischenzeitlich verhaftet und verhört.

Ekaterina Budnikov hat während des Talks eine Sketchnote erstellt.

(Bild: Ekaterina Budnikov (Katjasays.com))

"Flüchtlinge sind in der ganzen Welt nicht gern gesehen" erklärte Tibbo und forderte die Hacker auf, seine Mandanten mit Spenden zu unterstützen. Zum Schluss der sehr emotionalen Veranstaltung antwortete Vanessa Rodel auf die Frage, ob sie wieder so handeln und Snowden verstecken würde, mit einem klaren Ja.

Zuvor war aus Moskau Edward Snowden per Video zugeschaltet. Auch er appellierte an die Kongress-Besucher, den Flüchtlingen zu helfen. "Ich möchte, dass ihr Euch für einen Moment in die Lage dieser Menschen versetzt. Sie gehören mit zu den besten, die ich in meinem Leben getroffen habe. Es sind unglaublich mutige Leute. Ich sorge mich um ihre Sicherheit."

Via Skype sprach Rechtsanwalt Richard Tibbo (rechts) auf dem 34C3 auf der Bühne mit Edward Snowden.

(Bild: Detlef Borchers)

Doch Snowden hatte auch aufmunternde Worte für das Publikum bereit. Die Arbeit der Hacker sei wichtiger denn je, denn die Welt verlasse sich auf die Menschen, die die Technologie noch durchschauten. Jeder, der zweifle und den Versprechungen der Industrie und Politik misstraue, sei ein Hacker. Zweifel sei die erste Form des Widerstandes: "Dieses Jahr hat gezeigt, wie wertvoll unser Skeptizismus ist. Die Welt braucht Hacker." Zum Schluss wurde Snowden gefragt, ob er schon in Hongkong mit russischen Behörden Kontakt gehabt habe, eine Frage, die er angeblich akustisch nicht verstehen konnte. (Detlef Borchers) / (hob)

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