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360-Grad-Kamera Panono: Zusammensetzen der Bilder kostet jetzt pro Bild Geld

Die 360-Fotos der Ballkamera Panono lassen sich nur in der Cloud des Herstellers richtig zusammensetzen. Der will dafür pro Bild ab September Geld verlangen.

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(Bild: Panono)

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Der Hersteller der 360-Grad-Kamera Panono verlangt ab September für das Zusammensetzen jedes einzelnen Fotos Geld – und zwar 0,79 Euro. Das teilte das Unternehmen betroffenen Kunden per E-Mail mit und änderte außerdem bereits seine Geschäftsbedingungen, um unter anderem die Preisliste aufzunehmen. Bislang war die Nutzung der lediglich beim Hersteller verfügbaren Software zur Kombination der Einzelbilder für die Eigentümer des nicht gerade günstigen Geräts kostenlos. Die Speicherung der Fotos in der Cloud des Herstellers und Downloads sollen aber gratis bleiben.

Die Berliner Firma Panono hatte 2014 rund 2.85 Millionen US-Dollar per Crowdfunding unter anderem auf Indiegogo eingesammelt, um damit ihre 360-Grad-Ballkamera zu finanzieren. Die Produktion und Auslieferung verzögerte sich dann immer wieder. Aus dem anfangs veranschlagten Preis von 600 Euro sind inzwischen über 1500 geworden (ab 1598 €), bei Panono selbst kostet die Kamera sogar über 2100 Euro. Panono ist ein Ball der Größe einer Grapefruit, bestückt mit 36 Kameras. Wird er in die Höhe geworfen und erreicht seinen Scheitelpunkt, lösen die Kameras gleichzeitig aus. Alternativ klappt das aber auch mit Stativ. Die Bilder lassen sich dann ausschließlich im Online-Angebot von Panono zu einem 108-Megapixel-Panorama verrechnen.

Mit der Einführung von Preisen für jedes einzelne Zusammensetzen eines 360-Grad-Panoramas setzt sich nun die schwierige Geschichte des Geräts fort. Begonnen hatte die mit den für Crowdfunding-Projekten nicht ungewöhnlichen jahrelangen Verzögerungen und der dann massiven Preiserhöhung. Im Mai 2017 hatte das Unternehmen einen Antrag auf Insolvenz gestellt, woraufhin Panono von einer Schweizer Beteilungsgesellschaft übernommen wurde. Die neuen Betreiber bezeichnen nun die bislang kostenfrei erfolgte Verrechnung in der Cloud als Geschenk, angesichts größerer Reife des Angebots müsse man die Kosten nun weitergeben. Eigentümer der Kamera berichten, dass das Zusammensetzen der Fotos mit Alternativsoftware wegen der Eigenheiten der Panono-Kameras nicht klappt. (mho)