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36C3: Hacken und Basteln abseits der Vorträge

145 Vorträge gibt es beim 36C3, doch ebenso spannend ist der Trubel in den Hallen: Besucher löten dort Raketen, gehen zur Hackschule und erzeugen Sounds.

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Das "oktoskop: Flowers and Bees" aus Eierkartons, mit live visual Performances von Michael (@blausand) Baumann.

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Außer von den fünf Vortragsbühnen des 36C3 lebt der Hacker-Kongress vor allem von den Besuchern, die gemeinsam angereist kommen und ihre Arbeiten präsentieren oder die sich hier vielleicht auch erst finden, sich austauschen, planen und hacken. Für sie sind Tischreihen in den Hallen verteilt, viele dekoriert wie auch das Messegelände selbst. Eine Rakete passend zum Logo steht im Eingangsbereich. Am Abend werden die Bäume angestrahlt, Kunstinstallationen verteilen sich über die Veranstaltungsräume.

Ein "Must-have" auf dem 36C3: blinkende Lichtschläuche

Blinkende Lichtschläuche sind fast überall zu sehen. Um eine solche LED-Schlange sitzt auch eine Gruppe Koblenzer vom Haxko e.V. An was sie genau gerade arbeiten, wollen sie nicht verraten, aber sie sind für jeden Fall gerüstet: auch fürs Löten und Drucken sind sie bestens ausgestattet.

Sollte doch etwas fehlen, gibt es auf der Konferenz passende Stände, zum Beispiel der des 3D-Druckdienstes YOUin3D. Die Berliner haben neun 3D-Drucker mitgebracht, bei ihnen kann man Aufträge abgeben. Die Drucker basieren auf den quelloffenen Designs von Prusa, sind aber verbessert worden – so können die Endstopps besser erkannt werden, ein Drucker arbeitet mit Induktion statt der üblicherweise verwendeten Keramikheizpatronen. Zu den angebotenen Eigenkreationen des Shops gehört ein Gehäuse für das digitale Badge Card10 vom Chaos Communication Camp, das im Sommer stattgefunden hat.

An den Lötstationen können Besucher ebenfalls eigene Projekte umsetzen. Zum Ausprobieren gibt es die Blinkenrocket zu kaufen, eine kleine Rakete mit LED-Display. Die soll eigentlich Kinder und Jugendliche ans Basteln mit Technik heranführen, doch auch viele Erwachsene versuchen sich daran. Für Nachwuchs-Hacker gibt es auf dem Kongress ein eigenes Programm, sie können sich zum Beispiel im Bällebad oder in der Hackschule austoben.

Basteln für Groß und Klein: Lötprojekt Blinkenrocket

Fürs digitale Leben lernt man in der Wikipaka WG – ein Stand von Wikimedia und Jugendhackt. "Es geht darum, zu erproben, wie man das Internet als offenen, gemeinsamen Raum gestalten kann", sagt Lily von Wikimedia. Zugleich fordern die Kurzzeitmitbewohner, öffentliche Daten wie Grundwasser und weniger wie Öl zu behandeln. Es geht um die Frage, welche Daten dem Gemeinwohl dienen sollen. Symbolisch haben sie in ihrem WG-Garten eine Datenpumpe aufgestellt.

"Das Superkarussell ist eine Art analoger Computer", sagt Riot. Elektrische Signale werden zu Musik umgewandelt – oder auch zu Krach. Das sich drehende Gerät des Büros Schneider, das seine Basis im Hackerspace C-Base hat, besteht aus Synthesizer-Modulen. Was die Besucher des Kongresses damit an Sounds erzeugen, soll später in einem Internetradio-Stream zu hören sein.

Streams gibt es auch von den meisten Vorträgen. Viele beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, das Motto des 36C3 heißt passenderweise "Resource Exhaustion".

36C3: Die Fotos vom Kongress in Leipzig (20 Bilder)

(Bild: Eva-Maria Weiß / heise online)

(emw)