Menü

36C3: Schminke führt Gesichtserkennung in die Irre

Auf dem Hacker-Kongress in Leipzig demonstriert CV Dazzle, wie man sich schminken und frisieren kann, um Überwachungskameras ein Schnippchen zu schlagen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 100 Beiträge

(Bild: CV Dazzle)

Von

Wer einer automatisierten Gesichtserkennung entgehen will, muss sich nicht unbedingt maskieren. Es geht auch kreativer mit den Haar- und Make-up-Kreationen von Adam Harvey, die er im Rahmen des Projekts CV Dazzle auf dem 36C3 in Leipzig vorstellte.

Um Gesichtserkennungstechnologien auszutricksen, nutzt Harvey biologische Merkmale wie Gesichtsfarbe, Symmetrie und Schatten und verändert diese, bis sie für Algorithmen unnatürlich wirken. Er bezeichnet dies als „Anti-Gesicht“. So lassen sich helle Gesichtspartien wie die Stirn mit dunkler Farbe verstecken. Um Symmetriemerkmale zu unterbrechen, kann man ein Auge durch Haarsträhnen verdecken. CV Dazzle bietet damit eine, zugegeben eher zeitintensive, Alternative zur Anonymisierung durch das Tragen von Masken, da dies auf Versammlungen und Demonstrationen in einigen Ländern wie auch Deutschland verboten ist.

Auf dem 36C3 konnten Interessierte die Schminktechnik zum Verstecken gleich selbst ausprobieren. Erfolgreich geschminkt hatten sich diejenigen, deren Telefon sich nicht mehr via Gesichtserkennung entsperren ließ. Der lustige Workshop hatte allerdings auch einen ernsten Hintergrund: Er soll auf den vermehrten Einsatz von Massenüberwachung mit Algorithmen zur Gesichtserkennung aufmerksam machen.

Laut Gesichtserkennung stoppen, einer Kampagne der Initiative Digitale Freiheit, sei die dort verwendete Technologie noch sehr fehleranfällig und würde neben der Diskrimierung von Frauen und People of Colour auch schlicht falsche Personen zuordnen.

Weitere Tipps und Beispiele sind unter cvdazzle.com einzusehen. (hag)