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3D-Chips aus Deutschland

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Das Starnberger Unternehmen SP3D Chip Design will als erste deutsche Entwicklerfirma einen 3D-Chip zur Serienreife führen. Die 100prozentige Philips-Tochter gab jetzt erste Details ihres Grafikbeschleunigerkonzepts "EnVision 2000" bekannt.

EnVision basiert auf den Bausteinen Comet und Star. Comet enthält das System-Interface und das Triangle-Setup; Star kümmert sich um die Darstellung von Linien und Polygonen. Dank eines Parallel-Ansatzes läßt sich diese Minimalkonfiguration auf bis zu sieben Bausteine erweitern. Eine weitere Leistungssteigerung ist durch die Kombinationen mit einem Chip für Geometrie- und Beleuchtungsbeschleunigung möglich, den ein Drittanbieter beisteuert. Besondere Eigenschaften des Konzepts sollen Single-Pass-Edge-Antialiasing und eine präzise Bildpunktberechnung (RasterTru Rasterizing) sein. Als Bildspeicher kommen DDR-SGRAMs von Samsung zum Einsatz. SP3D nennt Füllraten von bis zu 1 GPixel/s und einen Polygondurchsatz von 7,5 bis 14 Millionen Dreiecke/s. Maximal sollen die Chips 768 MBytes Speicher mit bis zu 12 GByte/s ansteuern können. Die ersten Produkte sollen im Laufe des zweiten Halbjahres in die Regale kommen.Philips verwendet den EnVision-Graphikkern bereits in einem Windows Terminal Controller(WTC, SAA9730), der zusammen mit einer CPU und einem Interface-Chip (North-Bridge) nebst Arbeitsspeicher und Framebuffer ein funktionsfähiges System bildet.

Die Idee für das deutsche 3D-Grafikprojekt stammt übrigens vom einstigen Grafik- und Multimediakartenhersteller SPEA. SPEA-Ingenieure hatten vor der Übernahme ihres Unternehmens durch Diamond an einem eigenen 3D-Chip gearbeitet. Um das in ersten Ansätzen fertige Projekt weiterführen zu können, gründeten SPEA-Mitarbeiter die Firma SP3D Chip Design. (Manfred Bertuch) (em)

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