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3D-Druck: Umweltbundesamt warnt vor schädlichen Auswirkungen

In einer Studie beschreibt die Behörde mittelfristige Risiken und Chancen des 3D-Drucks für Umwelt und Gesundheit.

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3D-Druck: Umweltbundesamt warnt vor schädlichen Auswirkungen

Ausschnitt aus dem Titelblatt des Trendberichts des Umweltbundesamts.

(Bild: umweltbundesamt.de)

Seit gut zehn Jahren werden "additive Fertigungsverfahren" wie Rapid Prototyping nicht nur in der Industrie eingesetzt, sondern auch verstärkt unter dem Aufhänger "3D-Druck" in kleinen Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Design oder Architektur sowie in Startups. Zahnbrücken, Autokarosserien oder Bau- und Ersatzteile für Häuser, Flugzeuge und Maschinen werden verstärkt entsprechend fabriziert. Dazu kommen "Fab Labs", an denen sich auch Privatleute Eigenkreationen für den häuslichen Bereich ausdrucken lassen können. Die vielbeschworene "Revolution" im Fertigungswesen kann aber auch negative Folgen haben, die das Umweltbundesamt in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie beleuchtet.

"Durch die 3D-Drucker und die verwendeten Materialien können Gesundheitsbelastungen auftreten", heißt es in einem "Trendbericht" des Umweltbundesamtes. Dabei geht es vor allem um Feinstäube, Nanopartikel und flüchtige organische Verbindungen. Im industriellen Umfeld würden diese Gefahren durch Arbeitsschutz, Filter sowie erfahrenes Fachpersonal abgemildert. In der Desktop-Nutzung seien die Anwender mit derlei Risiken aber wesentlich weniger vertraut und verfügten nicht über die nötigen Fachkenntnisse. Schutzvorrichtungen kämen im Amateurbereich auch weniger zum Einsatz, da sie teuer seien.

Zu der Giftigkeit der verwendeten Materialien komme auch eine mangelnde Recyclingfähigkeit. 3D-Drucker hätten zudem einen hohen Energiebedarf und belasteten so die Umwelt. Dazu zählten CO2-Emissionen sowie der Ressourcenverbrauch fossiler Energieträger.

Andererseits könnte die Umwelt durch rohstoffeffizientere Verfahren zum Teil auch entlastet werden, unterstreichen die Wissenschaftler. Gerade bei der Produktion sehr individueller Formen wie Prothesen sei es etwa möglich, "erhebliche Mengen an Material" einzusparen. Per 3D-Druck ließen sich zudem besonders komplexe Leichtbaustrukturen realisieren: Durch das geringere Gewicht von Fahrzeug- oder Flugzeugteilen werde weniger Kraftstoff verbraucht.

Durch die unkomplizierte Herstellung von Ersatzteilen ermögliche oder beschleunige der 3D-Druck zudem Reparaturen, die das Leben von Werkzeugen oder Produkten verlängern. Im privaten Bereich könnten neue Recyclingkonzepte befördert, also etwa Kunststoffabfälle verwendet werden, um neue Druckmaterialien herzustellen. In ferner Zukunft halten es die Forscher für machbar, auch Nahrungsmittel zu drucken. (Stefan Krempl) / (anw)

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