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3D-Drucker: BKA und Bundespolizei wittern Gefahren

Sowohl das Bundeskriminalamt (BKA) als auch die Bundespolizei (BPOL) beschäftigen sich offenbar mit hoher Priorität mit den Möglichkeiten von 3D-Druckern. Besonders in der Möglichkeit, damit Waffen oder Waffenteile auszudrucken, sehen die Beamten eine Gefahrenquelle für die Allgemeinheit. Dies erklärte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion der Linken.

Durch fehlende Zugangsbeschränkungen der Bauanleitungen im Internet könnten auch Minderjährige einen Waffen-Ausdruck ausführen. Selbst ohne Munition könne das Ergebnis dann als Drohmittel eingesetzt werden. Abgesehen von den Waffen könne die Technik aber auch durch ihr Potenzial für Produkt- und Markenpiraterie problematisch werden.

Das BKA hat der parlamentarische Anfrage zufolge noch keine Tests mit 3D-Druckern durchgeführt, beschaffe sich aber gerade ein Gerät. Außerdem wurde ein internationaler Erfahrungsaustausch zum Thema angestoßen, unter anderem mit der australischen Polizei. In mehreren Bundesländern soll sich die Polizei ebenfalls mit 3D-Druckern befasst haben, dem BKA lägen laut der Antwort aber keine Erkenntnisse dazu vor.

Die BPOL befasse sich laut der Antwort sich vor allem mit dem Problem, bei Sicherheitsüberprüfungen und Zugangskontrollen gefährliche Gegenstände zu erkennen, die mittels 3D-Druckern hergestellt wurden. Erst kürzlich warnte die Behörde vor Anschlägen mit Waffen aus dem 3D-Drucker.

Im Mai dieses Jahres hatte in den USA die Gruppe Defense Distributed mit dem Druck des "Liberator", einer funktionsfähigen Pistole mit 9mm-Kaliber für Aufsehen gesorgt. Der online gestellte Bauplan dazu soll rund 100.000 Mal heruntergeladen worden sein, bevor er wieder aus dem Netz verschwand. Sowohl die Sicherheitsbehörden der USA wie auch Australiens hatten sich mit dem Fall befasst. (Manuel Nitschke) / (axk)

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