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3D-Drucker-Hersteller MakerBot wegen Patenten in der Kritik

Ein Teil der 3D-Druck-Community wirft dem Hersteller MakerBot Industries vor, Entwicklungen anderer Leute als eigene Ideen patentieren zu wollen.

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Im Blog des Open-Source-Hardware-Projekts OpenBeam wird der Vorwurf erhoben, der 3D-Drucker-Hersteller MakerBot Industries versuche, eine Technik patentieren zu lassen, die eigentlich von OpenBeam entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, den Abstand zwischen Druckdüse und Drucktisch bei Beginn des Fertigungsvorgangs automatisch perfekt einzustellen – bei den meisten heute handelsüblichen günstigen 3D-Druckern muss man regelmäßig diesen Abstand per Hand justieren, indem man an diversen Rändelschrauben dreht.

Eine Automatik für den Abstand zwischen Düse und Tisch verspricht daher einen deutlichen Komfortzuwachs beim 3D-Druck. Genau so eine Automatik haben die OpenBeam-Entwickler in ihren Drucker Mini Kossel eingebaut, den sie zum Testen an das US-Bastlermagazin Make schickten. Ein Video auf YouTube, veröffentlicht bei Google+ vom 7. Oktober 2013, zeigt die Automatik in Aktion.

Der Patentantrag von MakerBot Industries zu einer ganz ähnlichen Technik sei laut Darstellung des OpenBeam-Blogs mehr als zwanzig Tage später eingegangen. Daraus ziehen viele in der Open-Source-3D-Drucker-Community den Schluss, dass MakerBot die Entwicklungen anderer schlicht als die eigenen Ideen auszugeben versuche und dafür Patente beantrage. Inzwischen melden sich in sozialen Netzwerken weitere, die in der Liste beantragter MakerBot-Patente ihre eigenen Ideen wiederzuentdecken glauben.

Offizielle Statements von MakerBot Industries zu den Vorwürfen gibt es derzeit nicht. Allerdings versucht Firmenchef Bre Pettis über Twitter zu beschwichtigen – und sich zu verteidigen. Eine Auswahl:

  • "The patent system exists. It sucks, is expensive, but is a reality for companies building tech in an emerging market." (24. Mai)
  • "We knew from the beginning that the 3D patent wars were coming and we want to be a able to survive them." (24.Mai)
  • "The really isn't a need for drama, if someone has prior art documented, they just send it to the patent office. If it was indeed prior then we don't get ip on that part of the patent." (24.Mai)

Die letzte Äußerung bezieht sich auf die Möglichkeit, ein Patent zu verhindern, indem man nachweist, dass man die beschriebene Technik bereits veröffentlicht hatte, bevor ein anderer den Antrag dafür eingereicht hat. Pettis versucht damit offensichtlich, Druck aus der Debatte zu nehmen – wenn tatsächlich jemand die Idee vorher hatte, dann bekomme MakerBot eben kein Patent darauf, aber auch niemand anderes, weshalb die Idee dann allen zur Verfügung stünde, so die Argumentation.

Das Verhältnis zwischen MakerBot Industries und der Open-Source-3D-Druck-Community ist angespannt, seit die Firma im September 2012 bei der Vorstellung ihrer Maschine Replicator 2 mit ihrer eigenen Open-Source-Vergangenheit brach. Seit Mitte 2013 gehört das Brooklyner-Vorzeige-Start-Up zum 3D-Drucker-Konzern Stratasys, der in der Vergangenheit ebenfalls durch Auseinandersetzungen um Patente von sich reden machte. (pek)