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Cebit

3D-Drucker machen sich auf der Computermesse diesmal wieder rar

Eigentlich passen 3D-Drucker gar nicht auf die CeBIT – die Messe fokussiert sich schließlich seit Jahren vehement auf IT-Profis aus dem Big Business als Zielgruppe. Doch in diesem Jahr gab es zum Messestart verwirrende Signale.

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Großer 3D-Drucker auf großer Messe: Der BigRep aus Berlin fertigt bis zu einem Kubikmeter große Objekte und ist in Halle 4 auf dem hannoverschen Messegelände am Bitkom-Stand zu finden.

Als es zum ersten Tag der Computermesse CeBIT plötzlich hieß, der 3D-Druck bilde diese Jahr eines der Schwerpunktthemen der Technikschau in Hannover, da wunderten sich die Kenner dieser Materie – und die Handvoll Aussteller auf der CeBIT, die tatsächlich 3D-Drucker zeigen, gleich mit. Denn von einem 3D-Druck-Schwerpunkt ist auf dem Messegelände beim besten Willen nichts zu entdecken – noch dazu, weil sich die einschlägigen Aussteller auf verschiedene Reihen verteilen.

3D-Druck

Der Sammelbegriff 3D-Druck steht heute für ein ganzes Bündel von Fertigungstechniken, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren und sich jeweils nur für ganz bestimmte Materialien eignen. Ihr gemeinsamer Nenner: Alle Verfahren bauen dreidimensionale Objekte, indem sie Material in dünnen Schichten auftragen und verfestigen.

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So stößt man in Halle 3, im Umfeld von 2D-Großdruckern, Multifunktionsgeräten und weiteren "Input and Output Solutions", auf den deutschen 3D-Drucker-Händler iGo3D, der an seinem Stand K18 unter anderem die Ultimaker-Geräte der zweiten Generation, eine Maschine von Zotrax, die neue Version des 3D-Stifts 3Doodler sowie die Stereolithographiemaschine Form 2 vorführt, deren Hersteller Formlabs nur ein paar Schritte weiter seinen eigenen Stand J13 bezogen hat.

In Halle 4 hingegen sind wie jedes Jahr einige ganz große Namen zu Hause – Telekom, Microsoft, Software AG, SAP ... und ganz am Rand hat auch der Branchenverband Bitkom seinen Stand B72 bezogen und sich für seinen Auftritt ein paar Gastaussteller besorgt. Einer von ihnen ist das Start-up BigRep aus Berlin, das – der Name deutet es an – besonders große 3D-Drucker für besonders große 3D-Objekte baut. Auf der CeBIT läuft das neueste Modell namens One 3 mit einem Bauraum von rund einem Meter in alle drei Dimensionen, das sich äußerlich wenig von seinem Vorläufer unterscheidet, der zum Beispiel auf der Euromold 2014 zu sehen war. Die mannshohe Maschine gibt es inzwischen zu kaufen – zum Preis von etwa 50.000 Euro.

Besonders schnell ist der Großdrucker von BigRep allerdings nicht – die maximale Geschwindigkeit des Druckkopfes liegt bei 70 Millimeter pro Sekunde, so viel schaffen viele der handelsüblichen 3D-Drucker für Einsteiger auch. Selbst wenn man mit dem Großdrucker üblicherweise mit einer Schichtdicke von 0,6 Millimetern arbeitet – deutlich mehr als bei Ultimaker, MakerBot & Co. – dauert etwa der Druck so eines gelben Hockers, der im Video gegen Ende zu sehen ist, viele Stunden beziehungsweise eine ganze Nacht. Diese Tatsache veranlasste Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Besichtigung des BigRep gestern zu der trockenen, aber durchaus treffenden Bemerkung: "Wenn man 30 Gäste hat, dann muss man frühzeitig planen."

Die Prognose aus dem vergangenen Jahr – der 3D-Druck etabliere sich auf der CeBIT – müssen wir in dieser Pauschalität zwar relativieren. Aber etwas Kontinuität gibt es dennoch. Im vergangenen Jahr entdeckten wir auf der Messe das Start-up 3Dator aus Darmstadt, die ihren ersten selbst entwickelten 3D-Drucker vorführten – damals noch ein Prototyp. Jetzt sind sie wieder auf der CeBIT (Halle 6, C18), mit einem fertigen Produkt. Ihren 3D-Drucker kann man jetzt für 950 Euro als Bausatz bestellen.

Wie man im Video sieht, benutzt dieser Drucker keine der üblichen Zahnriemen für die Bewegung des Druckkopfes, sondern – Schnüre. Das scheint sehr gut zu funktionieren, jedenfalls sehen die Probestücke im Vergleich zu anderen FDM-3D-Drucken aus Maschinen ähnlicher Preisklasse sehr gut aus.

Zwei weitere 3D-Drucker-Hersteller kann man in den unübersichtlichen Budengassen aufsuchen, in denen sich fernöstliche Firmen in großer Zahl knubbeln: Da ist zum einen Jiangsu Sainty Runlong, die schon auf der CeBIT 2014 mit ihren Geräten vertreten waren (Halle 16, A18 (57)), und Flashforge, der Hersteller, der hinter dem umgelabelten 3D-Drucker von Dremel steckt. Dieser hat an seinem Stand (Halle 17, F20) neben dem Original zum Dremel noch diverse andere Schmelzschichtdrucker sowie ein Stereolithographiegeräte zur Ansicht stehen. In Halle 5 schließlich, am Stand A05 findet man eine ganze Reihe von 3D-Druckern von German RepRap vor – der deutsche Hersteller ist Partner am Stand des Systemhauses Intec International. (pek)