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3D-Schnittstelle Vulkan: Linux-Grafiktreiber von Intel und Unterstützung in Wayland

Intel und Nvidia haben Linux-Treiber veröffentlicht, die den OpenGL-Erben und Direct3D-12-Konkurrenten Vulkan unterstützen. Ein Vortragsvideo von der Fosdem geht auf die Bedeutung von Vulkan für die Open-Source-Welt ein.

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Offener Vulkan-Linux-Treiber von Intel und Vulkan-Support für Wayland

Vulkan-Test-App "vkcube" unter dem Wayland-Compositor Weston.

(Bild: Collabora )

Parallel zur am Dienstag erfolgten Freigabe von Vulkan 1.0 haben Intels Linux-Entwickler einen quelloffenen Linux-Grafiktreiber veröffentlicht, der die neue Grafikkarten-Programmierschnittstelle unterstützt. Mit dem neuen Treiber laufen für Vulkan geschriebene Linux-Anwendungen und -Spiele nicht nur unter dem X-Server, sondern auch mit der Wayland-Display-Architektur.

Der von Intel freigegebene Open-Source-Treiber soll Intel-Prozessoren der Generationen Ivy Bridge bis Skylake unterstützen, zu denen die Core-i-Prozessoren der Serien 3000 bis 6000 gehören. Als ausgereift gilt der Support aber nur bei Broadwell und Skylake (5000er- und 6000er-Serie); zudem gibt es noch bekannte Probleme mit 32-Bit-Systemen.

Die Intel-Entwickler wollen den Vulkan-Treiber in die übernächste, im Juni erwartete Version von Mesa integrieren – der von Linux-Distributionen wie Debian, Fedora, OpenSuse und Ubuntu standardmäßig eingerichteten Software, in der viele der quelloffenen OpenGL-, OpenCL- und Videobeschleunigungstreiber für Grafikchips von AMD, Intel, Nvidia & Co. stecken.

Unter Fedora kann man Vulkan-Treiber und Testanwendungen mit zwei Kommandos einrichten.

(Bild: Screenshot von 01.org/linuxgraphics/ )

Weitere Details zum Intels Vulkan-Treiber finden sich in dessen Ankündigung. Einige Entwickler haben bereits Paket-Repositories für Fedora und Ubuntu eingerichtet, über die sich der Vulkan-Treiber und einige Testanwendungen leicht einrichten lassen.

Intels Vulkan-Treiber setzt voraus, dass der bei PC-Linuxen typischerweise zur Bildausgabe verwendete X-Server die Beschleunigungsarchitektur DRI3 nutzt; die neusten Versionen der großen Linux-Distributionen beherrschen diese Betriebsart. Laut Intel und Collabora funktioniert der Treiber auch unter Desktop-Oberflächen, die ihre Bedienoberfläche mit der Wayland-Display-Architektur ausgeben, die den X-Server zu beerben versucht.

Neben Intel hat auch Nvidia einen Vulkan-Treiber für Linux freigegeben. Genau wie der bisherige proprietäre Grafiktreiber von Nvidia untersteht dieser allerdings keiner Open-Source-Lizenz; er wird daher kein fester, standardmäßig eingerichteter Bestandteil von gängigen Linux-Distribution werden, wie es bei Intels Vulkan-Treiber wahrscheinlich der Fall sein wird.

AMD hat bislang keinen Linux-Vulkan-Treiber veröffentlicht. Das Unternehmen hat einen solchen schon vor Monaten vage angekündigt. Der Treiber soll anfangs ebenfalls proprietär sein.

Ein Vertreter der X.org-Foundation, die sich bei der Weiterentwicklung von Mesa, Wayland und X-Server engagiert, lobte die Vulkan-Entwickler von Khronos dafür, dass der meiste Code zum Schreiben von Vulkan-Treibern und -Anwendungen unter Open-Source-Lizenzen steht. Ein ähnliches Lob hatte auch schon einer der Entwickler des Intel-Vulkan-Treibers von sich gegeben, als er die Motivation für Vulkan und dessen Bedeutung für Open Source in einem Vortrag auf der Fosdem näher erläutert hat. Eine Video-Aufzeichnung und die Präsentationsfolien dieses Ende Januar gehaltenen Vortrags sind online verfügbar:

Fosdem-2016-Vortrag "Vulkan in Open-Source" – Quelle: Fosdem-Team, CC BY 2.0 BE

(thl)

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