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Cebit

3D-Welten I

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Die Dresdner 3D-Schmiede Spatial View präsentiert in Halle 2, Stand A32, vier Displaytypen mit Bildtiefe. Digitale Informationssysteme können mit dem 8,4-zölligen 3D-Bilderrahmen aufgepeppt werden, während sich das 19-Zoll-LCD von Spatial View auch als Präsentationsbildschirm für kleinere Betrachtergruppen oder als Arbeitsplatzmonitor zum Erstellen von 3D-Grafiken empfiehlt. Für Konferenzsäle muss dagegen eher das 3D-Display mit 80 cm Bilddiagonale her, mit dem man etwa in Schulungszentren oder auf wissenschaftlichen Kongressen sehr anschaulich Ergebnisse präsentieren kann; denkbar ist der Einsatz des 32-Zöllers aber ebenso als Eye-Catcher und Werbeplattform.

An den Bildschirmen sind dreidimensionale Bilder ohne Hilfsmittel wie Rot-Grün- oder Shutterbrillen sichtbar. Sie bieten wie alle autostereoskopischen Displays eine Ansicht für das linke Auge und eine leicht versetzte für das rechte, um so ohne weitere Sehhilfen einen räumlichen Eindruck zu schaffen. Allen drei Displays gemeinsam ist die Technik hinter der dreidimensionalen Wiedergabe: Eine Rasterfolie – eine so genannte Parallaxe-Barriere – vor dem Schirm weist die unterschiedlichen Ansichten des Bildes dem jeweils passenden Auge zu. Zur Wiedergabe der Stereobilder bietet Spatial View (SVI) den PowerPlayer nebst Plug-ins für 3D-Programme wie Maxon Cinema 4D, Autodesk 3ds Max oder Maya an. Mit dem Flash 3D Enhancer lassen sich bereits bestehende zweidimensionale Flash-Anwendungen für 3D aufbereiten oder neue Animationen und Videos in 3D erstellen. Alternativ bietet SVI einen Rendering-Service für 3D-Bilder an. Noch einfacher gehts mit dem SVI 3DliveVideo, mit dem Aufnahmen einer Stereokamera in Echtzeit auf einem autostereoskopischen Display wiedergegeben werden kann. Von der zusätzlichen Tiefeninformation im 3DBild könnten zum Beispiel Anwendungen aus dem Medizinbereich wie Endoskopie oder Mikroskopie profitieren. Weniger wissenschaftlich, dafür aber unterhaltsam, ist 3D Soccer, ein interaktives Spiel am 3D-Schirm. Über Kameras steuern Fingerbewegungen die virtuellen Spieler im 3D-Stadion, das SpaceTool von SVI sorgt für die nötige Umrechnung in Echtzeit.

Ebenfalls am SVI-Stand ist der 3D-Monitor SF2119 von SeeFront zu sehen. Der 21-Zöller nutzt keine Rippenstrukturen als Barriere für das Auge, sondern weist die Stereobilder dem Auge über ein Linsenraster zu. Der Clou beim SF2119: Das 3D-Bild ist nicht nur aus einem festen Abstand respektive einer festen Position, sondern in einem relativ großen Bereich vor dem Schirm sichtbar. Dazu erfassen zwei Kameras oben im Monitor die Augenposition des Betrachters und leiten diese Informationen an das Monitorsystem weiter. Die Software im PC berechnet anhand der Kameradaten in Echtzeit, wie die beiden Teilbilder auf die Linsenscheibe vor dem eigentlichen LCD abgebildet werden müssen. Durch das softwaregesteuerte Nachführen der Bilder erhält man auch von Positionen außerhalb der Blickrichtung senkrecht zum Schirm ein eindeutiges Stereobild – ohne dass zusätzliche Ansichten berechnet werden müssen. Das im SF2119 verwendete Eye-Tracking-System stammt vom Heinrich Hertz Institut in Berlin, das selbst 3D-Exponate auf der CeBIT zeigt. Anders als bei den Eye-Tracking-Systemen des HHI muss das SeeFront-Display nicht mechanisch nachgeführt werden. Es eignet sich jedoch wie alle Eye-Tracking-Systeme nur für einen einzelnen Betrachter, da die Kameras immer nur die Position eines Nutzers "im Auge behalten" können.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch die Forscher am vom Heinrich Hertz Institut (HHI), deren 3D-Monitore in der Forschungshalle 9 zu sehen sind. Das neu entwickelte Display Free2C_digital nutzt ein Streifenraster vor dem eigentlichen Schirm, wobei die Bildinhalte der Blickposition des Betrachters per Software angepasst werden. Bei der interaktiven Präsentation kann man sich mit einem Joystick an einem 3D-Spiel versuchen. Die Augenposition des Spielers wird mit einer Kamera im Monitor erfasst und die Stereobilder hinter der Rasterfolie nachgeführt. Auch hier ist der Betrachtungsabstand mit etwa 80 cm vorgegeben, den Stereoeindruck behält man aber auch noch bei kleinen Abstandsänderungen.

Den Betrachtungsabstand variieren kann man an der zweiten Variante des vom HHI gezeigten 3D-Monitors. Sie integriert zwei Kameras und führt statt des Bildinhaltes eine Linsenstruktur vor dem Schirm nach – und zwar sowohl seitlich als auch vertikal zur Displayoberfläche. Die Linsen dienen wie bei SeeFront zur Separierung der Stereobilder. Bei Vorgängermodellen führte das HHI noch den gesamten Monitor den Bewegungen des Betrachters nach, was zuweilen irritierte. Die Bewegungen der Linsenfolie bemerkt man dagegen nicht. (uk)