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3GSM: Berliner Handys mit Verschlüsselung verkaufen sich gut

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"Sehr zufrieden" mit der Geschäftsentwicklung und dem "über den Erwartungen" liegenden Absatz zeigt sich die Berliner Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation mbH (GSMK) auf der 3GSM in Barcelona. Ansonsten verrät die Firma nur, dass sich die Mitarbeiterzahl auf 23 erhöht hat und man seit dem ersten Jahr Gewinn erzielt. Nähere Details gibt es von der ihren Gründern und Mitarbeitern gehörenden Firma nicht zu erfahren. Das passt wohl auch zum Image eines Unternehmens, dessen eigentliches Geschäft die Geheimniswahrung ist: Es vertreibt die Cryptophones mit starker End-zu-End-Verschlüsselung.

Die aktuellen GSM-Modelle 220 und G10i stammen von HTC. Die GSMK löscht das Original-ROM und ersetzt es durch eigene Software – deren Quellcode auch offengelegt wird, aber nicht frei kopiert werden darf. Daneben gibt es noch ein Gateway für Festnetztelefone, ein Zusatzmodul für die Thuraya-Satellitentelefone Hughes 7100 und 7101, sowie ein Softphone. Alle Cryptophones sind miteinander kompatibel.

Möchte ein User ein verschlüsseltes Gespräch mit einem anderen Cryptophone-Inhaber führen, wählt er den Eintrag im Adressbuch aus und drückt einen speziellen Knopf. Dadurch wird eine Datenverbindung aufgebaut, über die zunächst nach dem Diffie-Hellman-Verfahren (4096 Bit) ein Schlüssel ausgetauscht wird. Das Gespräch selbst wird in einen Datenstrom umgesetzt, der mit einem Wert verschlüsselt wird, der mit je einem 256 Bit starken AES- und Twofish-Algorithmus gewonnen wird.

Das Cryptophone G10i ist ein rund 1.600 Euro teures Klapphandy, das 99 Gramm wiegt. Es funktioniert in vier Frequenzbereichen (850/900/1800/1900 MHz) und unterstützt neben GPRS auch EDGE. Das PDA-Handy Cryptophone 220 kostet etwa 400 Euro mehr, hat einen Touchscreen und wiegt 160 Gramm. Es ist als Tribandgerät wahlweise für 850/1800/1900 oder 900/1800/1900 MHz verfügbar. Beide Geräte verfügen über eine 1,3-Megapixel-Kamera. Zu den Kunden der GSMK gehören in erster Linie Regierungsbehörden, aber auch Nichtregierungsorganisationen und Rechtsanwälte. Nach Referenzkunden braucht man allerdings nicht zu fragen, auch darüber gibt die Firma keine nähere Auskunft. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)