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3GSM: Die größte Mobilfunkmesse der Welt

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Im Jahr zwei nach dem Umzug von Cannes nach Barcelona zementiert die 3GSM ihren Anspruch auf die wichtigste Plattform der Mobilfunkbranche. Das sehen auch die Unternehmen so. Während etwa Motorola und Nokia ihren Auftritt auf der CeBIT 2007 abgesagt haben, sind sie vom 12. bis 15. Februar in Barcelona vor Ort.

Für 2007 melden die Veranstalter mehr als 1300 Aussteller und erwarten über 60 000 Besucher. Zu den Neuerungen gehören eine „Mobile Entertainment and Content Zone“, in der Anbieter von mobilen Inhalten ihre Klingeltöne, Multimedia-Streams oder Handy-TV-Produkte präsentieren können. Auch das Kongress-Angebot wurde erweitert, etwa mit dem Business Operations Seminar, in dem es um die Zusammenarbeit zwischen Netzen und Servern für mobile Dienste geht, oder dem CMO Forum für Marketing-Manager.

Die Show zeigt die kommenden Trends: Die Ausrichtung der Dienste in den Handynetzen tendieren von der Sprache und den Kurznachrichten weiter in Richtung Surfen und Multimedia. Für die schnelle Verbindung mit dem Internet haben sich UMTS-Netze etabliert. Mit HSPA-Datendiensten (High Speed Packet Access) passen sie sich an den stetig steigenden Bandbreiten-Bedarf an. Netzausrüster wie Ericsson zeigten schon 2006 HSPA-Lösungen für den Downlink (HSDPA), die die Empfangsraten auf 7,2 MBit/s und mehr hochschrauben; auf der 3GSM 2007 präsentieren die Zulieferer passende Lösungen.

Auf der Endgeräte-Seite gibt es dafür bislang vor allem HSDPA-Karten (PC-Cards und ExpressCards) für Notebooks, bei Handys und Smartphones ist die Zahl der HSDPA-fähigen Modelle noch sehr übersichtlich. Die ersten Mobiltelefone, die bereits Daten mit bis zu 3,6 MBit/s empfangen können, stammen von Motorola. Andere Hersteller wie Nokia und Samsung werden ebenfalls Handys mit aktuellen HSPA-Chipsätzen im Gepäck haben.

Während Microsoft mit dem Windows-Mobile-Betriebssystem bei Funk-PDAs mit Touchscreen-Bedienung die Nase vorn hat, führt Symbian OS mit über 50 Prozent Marktanteil bei den Smartphones, die sich nur via Tastatur bedienen lassen. Bei Nokia wird es die ersten Symbian-Geräte zu sehen geben, die mit dem Feature Pack 1 für die S60-Bedienoberfläche Verbesserungen beim mobilen Surfen und der Texteingabe bieten.

Mit dem Windows-Mobile-5-Nachfolger "Crossbow" versucht Microsoft, den Rückstand zu Symbian aufzuholen. Eigentlich wollte Microsoft erst auf der 3GSM Crossbow offiziell vorstellen, doch der Indiskretion einer französischen Zeitung ist es zu verdanken, dass Windows Mobile 6 bereits zum 8. Februar angekündigt wurde.

Windows Mobile 6 baut auf embedded Windows CE 5 auf und soll in einer Version für Geräte mit (Pocket PC) und ohne (Smartphone) Touchscreen auf den Markt kommen. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, denn an der Bedienoberfläche hat Microsoft nur wenig gefeilt. Die Neuerungen finden sich beim neuen Betriebssystem im zugehörigen Programmpaket. Die E-Mail-Einrichtung unter Outlook Mobile soll nun per einfach zu bedienendem Assistenten noch schneller als bislang vonstatten gehen. Das E-Mail-Program zeigt auch HTML-Inhalte inklusive Bildern und Textattributen an. Und endlich soll das Office-Paket Dokumente nicht mehr verstümmeln. Windows Live Mobile, das Web-Service-Paket von Microsoft in seiner Mobil-Form, wird ein fester Bestandteil des Systems.

Der Trend zum "Alles-in-Einem"-Handy setzt sich fort: Nach Foto- und Musik kommt nun das Navi-Telefon. Nokia wird auf der 3GSM mit dem N95 ein Smartphone mit Symbian OS und S60-Oberfläche zeigen, das GPS-Navigation und mittles Smart2Go von Gate5 Routenplanung beherrscht. Andere Handys und Smartphones des Marktführers sprechen gezielt Käufergruppen an. Dazu gehört das Video-Handy N93i mit optischem 3fach-Zoom, VGA-Auflösung fürs Filmen, AV-Ausgang und einer 1-GByte-Speicherkarte für Filmfreunde, die den Camcorder immer dabei haben wollen. Die XpressMusic-Serie und die teurere Nseries-Music-Edition locken wie die Walkman-Serie von Sony Ericsson Musikbegeisterte. Allen besseren Handys und Smartphones ist ein Slot für eine Wechselkarte gemein, der noch im vergangenen Jahr nicht selbstverständlich war.

Spätestens seit Motorolas Erfolg mit dem flachen Razr-Design spielen Designer-Handys mit auffälligem Äußeren und zum Teil ungewohnter Bedienung eine Rolle auf der 3GSM. Doch das meistdiskutierte Modell, das iPhone, wird es wohl nicht zu bewundern geben, da Apple auch Barcelona die kalte Schulter zeigt. Dafür präsentiert LG das mit dem Luxusartikel-Hersteller Prada zusammen entwickelte KE850, das man wie das iPhone ausschließlich per Touchscreen bedient und das dem Apple-Handy auch sonst auffallend ähnelt. Während das iPhone erst im Juni 2007 auf den US-Markt kommen soll, ist das Prada-Handy laut LG schon im Februar zu haben. Auch Samsung hat ein Mobilgerät dabei, dass an das iPhone erinnert: Das Ultra Smart F700 ist nur 16 Millimeter dick, hat einen Touchscreen und eine ausziehbare Qwerty-Tastatur und UMTS/HSDPA. Eine "VibeTonz" genannte Technik soll die virtuellen Tasten fühlbar machen. (jr)