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4-Gigahertz-Schach: Intel setzt einen Xeon

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Übertakter können über 4 GHz CPU-Taktfrequenz nur müde lächeln, auch IBM hat die 4-GHz-Marke mit dem Server-Boliden Power 6 schon vor vier Jahren weit überschritten. Doch für AMD und Intel ist die Taktfrequenz ein wichtiger Marketing-Punkt. 2004 musste Intel das Scheitern des Pentium-4-"Hochfrequenzkonzepts" eingestehen und sagte die 4-GHz-Version offiziell ab. Seit einiger Zeit taktieren sich AMD und Intel aber wieder an hohe Frequenzen heran. So finanzieren beide Kontrahenten werbewirksame Overclocking-Events, bei denen es um Takt-Rekorde geht. Offiziell hingegen gab es bisher keinen x86- beziehungsweise x64-Prozessor, der serienmäßig mit 4 GHz läuft – selbst im Turbo-Modus bei Teillast nicht.

Doch nun hat Intel ohne große Ankündigung den Xeon E3-1290 in die Preisliste geschrieben. Er soll 885 US-Dollar kosten und läuft mit nominell 3,6 GHz (TDP: 95 Watt). Laut Specification Update (PDF-Datei) beträgt seine Turbo-Frequenz 4 GHz bei nur einem belasteten Kern. Die Baureihe Xeon E3-1200 läuft auf Serverboards mit der Fassung LGA1155 und ist eng verwandt mit dem Core i7-2000 – der zurzeit schnellste Core i7-2600K erreicht aber höchstens 3,4 GHz (Turbo: 3,8 GHz). Der Xeon E3-1290 soll zeigen, dass Intel beim Core i7 locker noch 200 MHz drauflegen kann. Es wird also spannend, mit welcher Taktfrequenz AMD den AM3+-Prozessor FX alias Zambezi vom Stapel lässt – in spätestens 88 Tagen soll er zu haben sein.

Ohne es direkt auszusprechen, bringt AMD seit einiger Zeit den kommenden FX mit bis zu acht Bulldozer-Kernen (4 Module) als 4-GHz-Kandidat in Stellung. Immer wieder hat AMD betont, die Bulldozer-Architektur ziele auf "hohe Frequenzen". Der Quad-Core-Phenom ist mit dem Phenom II X4 980 Black Edition derweil bei 3,7 GHz angekommen, besitzt aber keine Turbo-Funktion. Der Hexa-Core Phenom II X6 1100T Black Edition läuft zwar unter Volllast "bloß" mit 3,3 GHz, erreicht dank Turbo Core mit drei belasteten Kernen aber ebenfalls 3,7 GHz. Wenn AMD bei der Bulldozer-Mikroarchitektur von höheren Frequenzen spricht, sollte also die 4-GHz-Schwelle kein Problem sein, zumindest im verbesserten Turbo-Core-Betrieb.

Intel hatte schon bisher einen Quad-Core mit 3,6 GHz im Angebot, nämlich den Xeon X5687 für 1663 US-Dollar Listenpreis und mit 130 Watt TDP. Turbo Boost bringt ihn auf maximal 3,86 GHz. (ciw)