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40 Jahre Advanced Micro Devices (AMD)

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Am 1. Mai 1969 gründete AMD-Urgestein Jerry Sanders zusammen mit sieben Mitstreitern die heute als Advanced Micro Devices bekannte Firma, die gemeinhin unter der Abkürzung AMD bekannt ist. Das Unternehmen schwärmt auf der eigens zum 40sten eingerichteten Webseite von sich selbst als Firma mit einer umfang- und abwechslungsreichen ("rich and colorful) Vergangenheit, das sich vom einem mit den Halbleiter-Designs anderer arbeitenden Unternehmen ("second-source supplier") zu einer erfindungsreichen Firma gewandelt hätte. Dadurch hätte man den Markt vorangetrieben und Wettbewerb in einem gedeihenden Halbleitergeschäft geschaffen.

Die Firma bekennt sich mit Stolz zur eigene Rolle bei der Entwicklung neuer Techniken und zu der Fähigkeit, im Voraus zu erkennen, was die Kunden wollen. Das schlage sich auch in AMDs Fusion wieder. Mit diesem erstmals im Herbst 2006 erwähnten Begriff bezeichnete AMD damals die Integration von Standard-(CPU-) und Grafik-(GPU-)-Kernen in einem physischen Chip. Die waren damals grob für "frühestens 2008" angedacht. Mittlerweile bezeichnet Fusion allerdings nur mehr die "ausgewogene" Kombination von CPUs und GPUs aus dem Hause AMD. Chips mit CPU- und GPU-Kernen stehen zwar weiter auf der Roadmap, dürften aber noch ein oder zwei Jahre auf sich warten lassen; prekärerweise dürfte Intel die Idee mit den bereits Anfang 2010 erwarteten Westmere-CPUs somit zuerst umsetzen.

Bis die Fusion-Prozessoren erscheinen, hat das Unternehmen sowieso noch einige Schwierigkeiten zu meistern, denn seit der ATI-Übernahme schreibt AMD in jedem Quartal rote Zahlen – zuletzt 416 Millonen US-Dollar. Die Auslagerung der Fertigungsstätten in das neu gegründete und mit frischen Kapital ausgerüstete Unternehmen Globalfoundries soll beim Bewältigen dieser finanziellen Probleme helfen. Ein solcher Schritt wäre vor einigen Jahren wohl noch undenkbar gewesen, hatte doch Firmengründer Jerry Sanders den vielzitierten Ausspruch "Real men own fabs" geprägt und damit die Wichtigkeit eigenen Fertigungsstätten betont.

Um anlässlich des Firmengeburtstags etwas "zurückzugeben", hat AMD Foto- und Video-Wettbewerbe gestartet, bei denen Kreative AMD-Prozessoren mit passenden Mainboards gewinnen können. Auf einer eigenen Seite finden sich zudem ein Überblick über die wichtigsten Stationen des Unternehmens. Das ein Investment von Intel-Gründer Robert Noyce bei der Firmengründen eine Signalwirkung auf andere Investoren hatte, ohne die es AMD wahrscheinlich heute nicht gäbe, wird dort allerdings nicht erwähnt. Intel selbst war zu der Zeit erst neuneinhalb Monate alt und feierte im Juli vergangenen Jahres den 40. Geburtstag. Das erste selbst entwickelte AMD-Produkt war übrigens kein Prozessor, sondern ein simpler dekadischer Up-Down-Counter namens Am2501, der mit der damals (1970) atemberaubenden Geschwindigkeit von 27 MHz zählte. (thl)