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Technology Review

425.000 Dollar pro Auge für Einmal-Gentherapie gegen Augenkrankheit

In den USA wurde die erste Gentherapie gegen eine vererbliche Krankheit zugelassen, jetzt ist auch der Preis dafür bekannt. Er klingt empörend hoch, wird aber durch die Tatsache relativiert, dass eine Einmal-Behandlung ausreichen soll.

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Einmal-Gentherapie gegen Augenkrankheit soll 425.000 Dollar pro Auge kosten

(Bild: Spark Therapeutics)

Spark Therapeutics aus dem US-Bundesstaat Philadelphia hat den Preis für seine Gentherapie Luxturna gegen eine seltene vererbliche Augenkrankheit mitgeteilt: Die Einmalbehandlung soll pro Auge 425.000 Dollar kosten. Patienten-Vertreter reagierten empört auf diese Nachricht. Allerdings relativiert sich der hohe Preis durch die Tatsache, dass Gentherapien im Erfolgsfall anders als konventionelle Medikamente nur einmal verabreicht werden müssen. Zudem könnten sie mit zunehmender Verbreitung billiger werden, berichtet Technology Review online in „Preis pro Dosis: 425.000 Dollar“.

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Luxturna ist die erste Gentherapie gegen eine Erbkrankheit, die in den USA zugelassen wurde. Sie wurde für Patienten entwickelt, die eine Mutation im Gen RPE65 haben, was zu der Krankheit Makula-Degeneration führt. Die Therapie ist zur Injektion ins Auge vorgesehen. Sie enthält Millionen von künstlich produzierten Virus-Partikeln mit korrekten Exemplaren des Gens. Dadurch wird die Sehfähigkeit zwar nicht komplett wiederhergestellt, aber sie verbessert sich.

David Mitchell, Gründer und Präsident des Verbands Patients for Affordable Drugs, äußert die Sorge, dass sich Menschen mit hoher Eigenbeteiligung in der Krankenversicherung die Behandlung nicht leisten können. Allerdings muss auch in den USA kaum jemand die vollen Kosten für ein Medikament selbst tragen. Zudem wird die Gesamtwirkung auf die Krankenversicherungen nicht sehr groß sein, weil die Krankheit, die von Spark bekämpft wird, extrem selten auftritt. Eine Versicherung hat bereits zugesagt, die Kosten für die Therapie zu übernehmen: Harvard Pilgrim Health Care mit 2,7 Millionen Versicherten in New England.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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