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46 Monate Gefängnisstrafe für Phisher

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Ein Gericht in Houston verurteilte den zwanzigjährigen Texaner Zachary Keith Hill wegen wiederholtem "Phishing" zu 46 Monaten Haft. Hill hatte über 500 nichts ahnende E-Mail-Empfänger dazu gebracht, ihm vertrauliche Daten zu verraten, darunter zahlreiche Online-Account-Namen und über 400 Kreditkartennummern.

"Phishing" funktioniert über E-Mails, die angeblich von der Rechnungsabteilung eines großen Dienstanbieters wie AOL oder PayPal beziehungsweise direkt von Anbietern wie eBay oder Kreditinstituten wie der Citibank stammen sollen. In den Mails wird behauptet, es gäbe dringend zu klärende Probleme mit dem Konto des Adressaten; sie verweisen auf eine Website zur angeblichen Vervollständigung oder Korrektur der Kundendaten. Tatsächlich landen die Empfänger stets auf präparierten Web-Formularen, die zwar die Namen und Logos der angeblichen Absender tragen, aber auf einem ganz anderen Webserver lagern und die eingegebenen Daten an den Urheber der Phishing-Falle weitergeben.

Die Verhandlung gegen Hill hatte im März begonnen. Zu diesem Zeitpunkt soll Hill mit Hilfe der gestohlenen Kreditkartendaten bereits über 78.000 US-Dollar erschwindelt haben. Die fast vier Jahre Haft mögen als drakonische Strafe erscheinen -- doch liegt das Urteil damit noch weit unter dem maximalen Strafmaß für derartiges kriminelles Verhalten, das in den USA mit zehn bis fünfzehn Jahren Gefängnis belegt werden kann. (ghi)