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4K-Konsole Xbox Scorpio mit 12 GByte Speicher und 2560 Kernen: Viel schneller als die PS4 Pro

Die Xbox Scorpio soll ein echtes Hardware-Monster werden und Spiele in 4K flüssig darstellen. Dagegen sieht sogar Sonys Playstation 4 Pro alt aus.

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Microsofts Spielkonsole Xbox Scorpio soll wesentlich leistungsfähiger werden als die Playstation 4 Pro von Sony. Das geht aus technischen Details hervor, die die Hardware-Spezialisten von Digital Foundry veröffentlicht haben. Dem Bericht zufolge stammen die Informationen direkt von Microsoft und wurden im Rahmen einer Preview-Veranstaltung in Redmond herausgegeben. Die Xbox Scorpio soll noch 2017 erscheinen.

Das Ziel für die geplante Konsole ist demnach die flüssige Darstellen von Next-Generation-Spielen in 4K-Auflösung. Digital Foundry zufolge soll Microsoft das Rennspiel Forza Motorsport in 4K vorgeführt haben – mit 60 Bildern pro Sekunde (fps). Dabei habe der Prototyp noch genügend Leistungsreserven besessen. Für Full-HD-Fernseher soll die Scorpio aber auch 1080p-Downsampling beherrschen.

Microsoft hat die Scorpio laut dem Bericht von Grund auf neu entwickelt. Der Grafikeinheit stehen satte 12 GByte GDDR5-Speicher zur Verfügung, was für hohe Auflösungen samt Kantenglättung sowie hochaufgelöste Texturen ausreicht. Davon sind 8 GByte für Spiele und 4 GByte fürs System reserviert. Bemerkenswert ist außerdem die für eine Spielkonsolen-GPU vergleichsweise hohe Taktfrequenz von 1172 MHz – bei 40 Compute Units mit insgesamt 2560 Shader-Rechenkernen erreicht allein die GPU eine Rechenleistung von 6 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde (TFlops).

Zum Vergleich: Die GPUs der XBox One S und PS4 Pro laufen mit 914 beziehungsweise 911 MHz und enthalten wesentlich weniger Shader-Rechenkerne. Die Organisation der GPU-Funktionseinheiten der Xbox Scorpio dürfte der kommenden AMD-GPU-Generation Vega ähneln, genaue Details sind hierbei nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass die GPU auch die Ausgabe von Hochkontrastbildern erlaubt – und zwar sowohl für Filme als auch für Spiele.

Hinsichtlich der Transferrate stellt die Xbox Scorpio laut dem Bericht alle bisherigen Spielkonsolen in den Schatten. Demnach schafft sie 326 GByte/s (384 Bit) – die bisherige Xbox One war durch ihren langsamen DDR3-Speicher auf 68 GByte/s limitiert, konnte über den schnellen aber kleinen ESRAM (>200 GByte/s) aber immerhin Bandbreitenflaschenhälse hier und da weiten.

Für die ruckelfreie 4K-Wiedergabe braucht es aber mehr als nur Bandbreite – so hat Microsoft den Dreiecksdurchsatz und die Pixelfüllrate im Vergleich zur Xbox One um jeweils den Faktor 2,7 erhöht und außerdem den L2-Cache der GPU vervierfacht. Dazu kommt eine effiziente Delta-Colour-Komprimierung, welche die GPU der Xbox One in der Form noch nicht beherrschte.

Tomb Raider: Vergleich zwischen HD auf der PS4 und 4K auf der PS4 Pro (7 Bilder)

The Rise of the Tomb Raider bietet auf der PS4 Pro drei verschiedene Grafikmodi an: HD mit 60 fps, verbesserte Grafik und 4K Auflösung. Im folgenden vergleichen wir Bilder zwischen dem 60fps-Modus, der der Grafik auf der PS4 entspricht, und dem 4K-Modus auf der PS4 Pro. Zum besseren Vergleich haben alle Bilder die gleiche 4K-Größe, die HD-Bilder wurden auf der PS4 Pro aber nur in 1080p gerendert.
(Bild: c't)

Wie die Xbox One soll die Scorpio acht Prozessorkerne enthalten, die jedoch mit 2,3 statt nur 1,75 GHz laufen und insgesamt 30 Prozent leistungsfähiger ausfallen sollen. Ob dahinter auch die Jaguar-Architektur steckt, ist unklar – um die Ryzen-Architektur soll es sich aber nicht handeln. AMD will aber starke konsolenspezifische Anpassungen vorgenommen haben, um die Latenzzeiten zu minimieren und die Kerne dauerhaft voll auslasten zu können.

Außerdem soll die Leistung bei Draw Calls deutlich steigen, unter anderem da AMD den Command Processor der GPU deutlich aufgewertet hat. So könnten Draw Calls laut dem Bericht mit nur elf Instructions ausgeführt werden, ein Statuswechsel benötige derweil nur neun Instructions. Der integrierte Soundprozessor soll die Multi-Lautsprechertechnik Dolby Atmos unterstützen. Der integrierte Video-Prozessor kodiert und dekodiert 4K-Video mit 60 fps – auf Wunsch sollen sich auch 4K-HDR-Spielinhalte aufzeichnen lassen.

Die Konsole soll in Hinblick auf die leistungsfähige Hardware vergleichsweise kompakt gebaut sein; das Netzteil ist laut Digital Foundry integriert. Gekühlt wird der Kombiprozessor mit einem Vapour-Chamber, wie es beispielsweise auch bei High-End-Grafikkarten verwendet wird. Im Gehäuse sitzt außerdem noch eine 2,5-Zoll-Festplatte mit 1 TByte Speicherkapazität und ein 4K/UHD-Blu-ray-Laufwerk. (mfi)