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4K-TVs mit HDR: Hoher Kontrast, satte Farben, mäßige Blickwinkel

Mit „High Dynamic Range“ schinden Fernseher Eindruck. Als einziges Auswahlkriterium taugt HDR indes noch nicht. Mindestens ebenso wichtig sind die Bedienung und die allgemeine Bildqualität. Ein Gerät überzeugte die Tester im c’t-Labor besonders.

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Satte Farben, hohe Kontraste, strahlende Bilder – diese Eigenschaften zeichnen HDR-taugliche Fernsehgeräte aus. Die TVs benötigen dafür besondere Displays mit großem Farbraum und ausgefeilter Helligkeitssteuerung. Außerdem müssen sie die Farben mit 10 Bit pro Kanal differenzieren; üblich sind bisher 8 Bit pro Farbe. Die höhere Farbauflösung ermöglicht 1024 statt 256 Abstufungen und dadurch feinere Farb- und Grauverläufe.

c’t hat sechs solcher kontraststarker Smart-TVs zu Preisen zwischen 950 und 2900 Euro getestet. Alle haben 4K-Auflösung mit 3840 × 2160 Bildpunkten und können von Haus aus HDR-Signale darstellen. Außerdem bieten sie alles, was man von einem High-End-TV erwarten darf, beispielsweise eingebautes WLAN, Medienplayer zur Wiedergabe von USB oder per DLNA, Streaming-Clients für Netflix & Co., TV-Aufzeichnung auf USB-Festplatte inklusive Timeshift und HDMI-2.0-Eingänge mit HDCP 2.2 für den Anschluss von Ultra-HD-Player und Spielkonsole.

Nur bei zwei Fernsehern, Samsungs SUHD-TV UE55K7590U und Sonys KD55XD9305, sind sämtliche HDMI-Eingänge fit für 4K/60p mit HDCP 2.2. Bei den anderen vier Geräten muss man den richtigen Eingang finden, um ultrahochaufgelösten 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde in voller Schönheit bewundern zu können.

Ihre HDR-Fähigkeiten mussten die TVs an UHD- Player und Spielkonsolen ebenso wie beim Streaming unter Beweis stellen. Hier zeigten sich erste Unterschiede: Während die Geräte von LG, Panasonic, Samsung und Sony mit den Apps von Netflix und Amazon problemlos HDR-Videos streamen, muss man sich an den TVs von Hisense und Philips mit herkömmlicher 4K-Kost begnügen.

Der OLED55C6D von LG besticht mit seinem für OLEDs typischen, satten Schwarz. Ihm fehlt allerdings die enorme Helligkeit, mit denen die HDR-Geräte von Samsung und Sony aufwarten. Mindestens ebenso überzeugend ist die geringe Blickwinkelabhängigkeit des 55-zölligen OLED-TVs – sein Bild bleibt auch aus großen Einblickwinkeln farb- und ausdrucksstark. Das war bei den fünf LCDs im Test nicht der Fall: Ihr Bild bleicht von der Seite betrachtet merklich aus.

Schade, dass die OLED-Technik noch deutlich teurer ist als die etablierte LCD-Technik – das OLED-TV von LG gibt es ab etwa 2900 Euro. Günstiger wird es erst, wenn man auf 4K verzichtet und zum OLED-TV mit Full-HD-Auflösung greift.

Mehr zu den einzelnen 4K-TVs lesen Sie im Testbericht „Großes Kino“, der Teil des HDR-Schwerpunktes in c't 25/2016 ist; die Ausgabe ist ab sofort in der App und ab Samstag am Kiosk erhältlich. (uk)