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4M: Mondmission für Funkamateure

LuxSpace will Ende Oktober einen Kleinsatelliten in den Mondumlauf schicken, dessen Signale Funkamateure sammeln sollen. Der Empfang soll mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich sein.

Zum Gedenken an ihren im April verstorbenen Gründer Manfred Fuchs will LuxSpace, die Luxemburger Tochter des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB, einen Kleinsatelliten zum Mond schicken: Bei der Manfred Memorial Moon Mission (4M) soll das Fahrzeug in knapp 100 Stunden den Mond erreichen und währenddessen rund 4000 vorab gesammelte Kurznachrichten aussenden. Mit etwas Glück geht der antriebslose Satellit anschließend in einen zeitweise stabilen, fernen Erdorbit über, was die Beobachtungsdauer verlängern könnte.

Der ungefähr aktenkoffergroße 4M-Satellit soll Ende Oktober den Mond umrunden und dabei Kurznachrichten und Telemetriedaten an Funkamateure senden.

(Bild:  LuxSpace )

4M soll als Teil der Nutzlast einer chinesischen Versuchsrakete am 23. Oktober starten. Die Mission verbindet LuxSpace mit einer wissenschaftlichen Aufgabe: 4M sendet auch Telemetriedaten, darunter den von einem Strahlungssensor gemeldeten Pegel. Außerdem will LuxSpace eine neuartige Methode zur Positionsbestimmung erproben (inverse Triangulation). Weil der Satellit vorwiegend von der Südhalbkugel aus sichtbar ist und LuxSpace anscheinend nur eine Bodenstation in Belgien betreibt, ist die Firma für einen kontinuierlichen Datenstrom auf die Mitarbeit weltweit verteilter Funkamateure angewiesen. Als Anreiz schreibt LuxSpace das als Wettbewerb mit Preisen in verschiedenen Kategorien aus.

Der Satellit sendet zwar nur mit geringer Leistung von 1,5 Watt über einen λ/4-Stab im 2-m-Amateurband (145,980 MHz), was wegen der hohen Streckendämpfung auf ein sehr schwaches Empfangssignal hinausläuft. Dank der schmalbandigen und robusten WSJT-Übertragung dürften Funkamateure es dennoch schon mit vergleichsweise einfacher Ausstattung auffangen können: Ein Gewinn von 12 dBi soll genügen, wenn die zirkular polarisierte Antenne mit einem verlustarm angekoppelten Empfangsverstärker (LNA, Low Noise Amplifier) ausgestattet ist. Als Empfänger eignet sich ein SDR-USB-Stick wie der FunCube Dongle. Wichtig sei, die von LuxSpace bereitgestellte WSJT-Version 10.0r4188 oder eine neuere einzusetzen, weil sie Optimierungen für 4M enthalte.

Durch die Position des Mondes während der Mission ist zwar die Südhalbkugel im Vorteil, aber das bedeutet nicht, dass Europäer es erst gar nicht zu versuchen bräuchten: Hinweise zum zeitlichen Ablauf der Mission und zur Sichtbarkeit des Satelliten gibt der LuxSpace-Aufsatz. Ein Online-Tracking-Tool hilft beim Ausrichten der Antenne.

Ein deutlich ambitionierteres Ziel hat sich übrigens der Amateurverband Amsat-DL gesteckt: Bei der zurzeit für 2018 geplanten Mission zum Mars sind die Empfangsvoraussetzungen mit einem 2 bis 3 Meter durchmessenden Antennenspiegel indes wesentlich herausfordernder. (ea)

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