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5-Euro-Bastlerboard aus China mit HDMI für Linux

Das C-Sky GX6605S kostet weniger als ein Raspberry Pi, kann aber (manches) mehr als ein Arduino – und drin steckt ein steinalter Motorola-Kern.

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5-Euro-Bastlerboard aus China mit HDMI für Linux

C-Sky GX6605S

(Bild: Hangzhou C-Sky Microsystems)

Bei chinesischen Händlern wie Taobao und AliExpress findet sich das Bastlerboard C-Sky GX6605S zu Preisen ab 5 Euro. Herzstück des Einplatinencomputers ist das System-on-Chip NationalChip GX6605S mit HDMI und USB-Buchsen, auf dem ein abgespecktes Linux laufen kann.

Der Chip, der eigentlich für in China verkaufte TV-Empfänger entwickelt wurde, hat Arduino & Co voraus, dass man auf der Linux-Kommandozeile an einem PC-Monitor arbeiten kann. Er spielt sogar Videos ab, in seiner Firmware steckt Player-Software.

Gleichzeitig ist das C-Sky GX6605S billiger als ein Raspbery Pi – jedenfalls in China. Inklusive Versandkosten nach Deutschland wird es deutlich teurer angeboten, bei AliExpress etwa für 26 US-Dollar als "Raspberry PieC-SKY Linux Development Board".

Im NationalChip GX6605S steckt ein Prozessorkern mit der 32-Bit-Mikroarchitektur (Instruction Set Architecture, ISA) C-Sky V1 (abiv1). Dahinter verbirgt sich Motorolas M*Core aus den 1990er-Jahren, seinerzeit auch microRISC Engine genannt. Hangzhou C-Sky Microsystems hatte diese Technik nach eigenen Angaben bis 2004 entwickelt, später dann aber die C-Sky ISA V2.

Künftig setzt C-Sky auf RISC-V; C-Sky wurde vor einigen Monaten vom chinesischen Handels- und Cloud-Giganten Alibaba übernommen.

Dem C-Sky GX6605S fehlen Netzwerkschnittstellen, außerdem sind lediglich 64 MByte DDR2-RAM vorhanden, und zwar direkt im Gehäuse integriert (System-in-Package, SIP). Der 32-Bit-Kern taktet mit weniger als 600 MHz, der Framebuffer ist für 720p-Auflösung ausgelegt.

Als Massenspeicher sind lediglich 4 MByte SPI-Flash vorhanden, darin liegen der Bootloader und die erwähnte Player-Software. Die beiden USB-2.0-Typ-A-Buchsen müssen also für Massenspeicher (USB-Stick), Eingabegeräte sowie Netzwerkadapter genügen. Via Github stellt C-Sky außer der Dokumentation auch ein bootfähiges USB-Image bereit. Ein angepasstes Linux-Image für den GX6605S lässt sich mit Tools wie Buildroot und uClibc-ng erstellen. Hinweise finden sich auch bei BusyBox.

C-Sky stellt via Github ein PDF mit der Dokumentation der C-Sky ISA V1 bereit. Für den M*Core findet man Dokumentation noch auf der NXP-Webseite: NXP war 2015 mit der 2004 von Motorola abgespaltenen Sparte Freescale verschmolzen. (ciw)

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