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50 Jahre Intel: Rückblick auf 50 Jahre große Erfolge und große Misserfolge

Vom Startup zum Marktführer: Ein sehr persönlicher Rückblick auf 50 Jahre Intel von Andreas Stiller.

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50 Jahre Intel: Ein persönlicher Rückblick auf 50 Jahre große Erfolge und Misserfolge

50 Jahre Intel. Im Bild: Ein Pentium-Prozessor und Andreas Stiller.

(Bild: Moritz Küstner)

Mit viel Arbeit und Können, mit viel Glück und Verstand, mit viel Gespür und Paranoia – aber auch mit reichlich Pleiten, Pech und Pannen und mit mitunter recht merkwürdigen Entscheidungen, das ist Intel. So sorgten zuletzt Sicherheitsprobleme bei den Prozessoren und vor ein paar Wochen der unrühmliche Abgang von Firmenchef Brian Krzanich – wegen angeblichen Verstoßes gegen den Verhaltenskodex der Firma – für Stirnrunzeln.

Zeit für einen persönlichen Rückblick. "Persönlich“ ist hier wörtlich gemeint, denn in der folgenden Würdigung stehen stärker die handelnden Personen und etwas weniger die zumeist hinreichend bekannten Produkte im Vordergrund.

Und persönlich ist natürlich auch mein Blickwinkel, beschränkt auf Intels wichtigste Schiene: die Prozessoren, aufgefüllt mit einigen Anekdoten. Immerhin 35 Jahre konnte ich Intel als Journalist begleiteten, war dafür über 50 Mal bei Intel-Veranstaltungen in den USA (Entwicklerforen, Server- und HPC-Workshops, diverse andere Presseveranstaltungen). Hinzu kamen Besuche von Intel in Irland, Israel, China und natürlich auch in München. Zudem erlebte ich Intel auf den legendären Microprocessor Foren, den Hot-Chips- und zahlreichen Supercomputer-Konferenzen.

In den 50 Jahren entwickelte sich Intel zum größten und bedeutendsten Halbleiterkonzern der Welt, wenn auch dieses Etikett seit kurzem der Halbleitersparte von Samsung Electronics zusteht.
Die Grundlage für diesen Erfolg legte die sogenannte Intel-Trinity: Robert Noyce, Gordon Moore und Andrew Grove; mit den beiden letzten konnte ich auch längere Gespräche führen. Robert Noyce war indes schon 1990 verstorben, ein paar Jahre vor meiner ersten USA-Reise.

Am 18. Juli 1968 gründeten der Physiker Dr. Robert Norton Noyce und der Chemiker Dr. Gordon Earl Moore, unterstützt vom Hauptinvestor Arthur Rock, die Firma Intel in Santa Clara. Mit dabei wäre gern der wie Noyce und Moore ebenfalls zuvor bei Fairchild arbeitende Chemiker Dr. Andrew Stephan Grove (Geburtsname András István Gróf) gewesen, doch für den 1956 aus dem kommunistischen Ungarn Geflüchteten war es damals kaum möglich, eine Firma in den USA mitzugründen. So musste er sich mit dem Posten als "erster Angestellter" zufriedengeben, immerhin mit Eintrittsdatum 18. Juli 1968. Dennoch bekam er die ID-Nr. 4 und sein von ihm angeworbener ungarischer Landsmann Leslie Vadász die 3, womöglich eine Neckerei der beiden offiziellen Gründer. Nicht dabei haben wollten alle drei einen weiteren Fairchild-Mitarbeiter, der auch gerne mitgemacht hätte, der aber ihnen zu "flamboyant" (extravagant) war: Jerry Sanders. Der war darob richtig wütend und gründete ein Jahr später eine Konkurrenzfirma, mit der Intel noch viel – bis heute – zu tun haben sollte: AMD.

Die Intel Trinity (von links: Andrew Grove, Robert Noyce, Gorden Moore) beim 10-Jahres-Jubiläum vor einem Layer vermutlich des 8080-Prozessors.

(Bild: Intel )


Noyce war zunächst als Chief Executive Officer mehr für das Geschäftliche zuständig, Moore für die großen Pläne und Visionen und so kümmerte sich Andrew Grove schon früh um das operative Geschäft, wiewohl ihm der offizielle Titel Chief Operating Officer erst 1975 zuerkannt wurde, als sich Noyce vom Tagesgeschäft zurückzog. Er trat den CEO-Posten an Moore ab und wurde Chairman des Aufsichtsrats, den es inzwischen gab. Denn im Oktober 1971, nur drei Jahre nach Gründung, ging Intel unter "INTC" an die Börse NASDAQ (mit 350.000 Aktien à 23,50 US-Dollar).

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