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500.000 Rentenmeldungen versickern im Datennirwana

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"Hunderttausende Renten falsch berechnet", titelte die Bild-Zeitung heute, und dazu: "Am liebsten würden sie es vertuschen". Die Meldung, die wohl so manchen Bundesbürger bei seiner Zukunftsangst packte, spielte auf einen Computerfehler bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin an. Durch diesen seien vor zwei Jahren Rentenbeiträge für 500.000 Arbeitslose falsch berechnet worden. "Ohne Korrektur würden die Betroffenen später weniger Rente bekommen", heißt es weiter.

Die BfA räumt auch tatsächlich ein, dass vom 24. Juli bis 8. September 2000 die Meldungen der Bundesanstalt für Arbeit nicht den Konten der Versicherten der BfA gutgeschrieben wurden. Dabei handelte es sich aber um Daten für insgesamt 500.000 Meldungen und nicht für 500.000 Arbeitslose, wie es die Bild-Zeitung schreibt. Dies betreffe nur zu einem geringen Teil aktuelle Rentenbezieher und es führe nicht dazu, dass Renten falsch berechnet werden.

Die BfA hat den Fehler nach eigenen Angaben bereits im September 2000 festgestellt, da es eine "erhebliche Lücke" im Datenstrom von einem Unix- auf das BS2000-System der BfA gegeben habe. Dieser sei entstanden, als ein "neues Programm" installiert wurde, sagte eine BfA-Sprecherin gegenüber heise online. Entgegen anderslautenden Berichten konnten die betroffenen Daten nach ihrer Darstellung nicht gesichert werden, da sie gar nicht erst angekommen seien, beteuerte die Sprecherin weiter.

Die BfA habe sofort Kontakt zur Bundesanstalt für Arbeit aufgenommen, "um die Daten so schnell wie möglich erneut zu erfassen". Derzeit werden die fehlenden Datensätze rekonstruiert. Um heutige und künftige Rentner zu beruhigen, teilt die BfA mit, dass bei allen, deren Daten noch nicht nacherfasst wurden, der Rechner bei der Rentenberechnung den Zeitraum vorab als Lücke im Versicherungsverlauf ausweise. Die Sachbearbeitung werde dann das Konto nach den Unterlagen ergänzen. (anw)

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