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5G: Deutsche Industrie setzt auf eigene Netze

Eine Reihe deutscher Großunternehmen will sich bei der Digitalisierung nicht von den Netzbetreibern abhängig machen und spielt mit der Idee eigener 5G-Netze.

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Industrie 4.0

Industrie 4.0: Digitalisierung von Produktionsprozessen.

(Bild: dpa, Bernd Weißbrod/Archiv)

Die deutsche Industrie hat offenbar ernsthaftes Interesse an regionalen 5G-Frequenzen, die die Bundesnetzagentur Anfang 2019 vergeben will. Schon 15 Unternehmen haben einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge Interesse am dem Spektrum signalisiert. Die Unternehmen, darunter Dax-Konzerne wie Daimler, Volkswagen, Siemens und BASF, könnten die regionalen Nutzungsrechte für eigene 5G-Netze in ihren Fabriken einsetzen. Damit wären sie unabhängig von den Ausbauplänen der drei Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica.

Die Bundesnetzagentur hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass ein Frequenzpaket für den nächsten Mobilfunkstandard 5G Anfang des kommenden Jahres versteigert werden soll. Hauptinteressenten dafür sind die Netzbetreiber. Parallel zur Auktion vergibt die Regulierungsbehörde Frequenzen von 3,7 bis 3,8 GHz sowie bei 26 GHz zur lokalen Nutzung. Dieses Spektrum kann auf Antrag an regionale Netzbetreiber, Unternehmen oder Gemeinden vergeben werden, um lokale 5G-Netze aufzubauen.

Die nächste Mobilfunkgeneration 5G umfasst verschiedene Technik und Anwendungsfälle. Neben schnellerem mobilen Internet spielt 5G für das Internet of Things und die Industrie eine wichtige Rolle. Unternehmen können mit einer eigenen 5G-Infrastruktur zum Beispiel vernetzte Produktionsabläufe und einen höheren Automatisierungsgrad schaffen. Auch zur digitalisierten Lagerverwaltung sind 5G-Anwendungen denkbar.

Die Unternehmen, zu denen auch Bosch, Sennheiser, Hirschmann und ABB gehören, wollen sich bei der Digitalisierung zur “Industrie 4.0” nicht von den Netzbetreibern abhängig machen, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf ein Schreiben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) an die Bundesnetzagentur. Sie befürchten, dass die Netzbetreiber nicht zwingend alle Bereiche abdecken, und investieren lieber selbst in 5G. (vbr)

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