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5G-Frequenzauktion: Vier Bieter gehen ins Rennen

Neben dem Newcomer United Internet bieten auch die drei Netzbetreiber für das begehrte Spektrum.

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Was 5G-Mobilfunk bringt

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Bei der Frequenzauktion für den kommenden Mobilfunkstandard 5G haben die drei Netzbetreiber und ein Neueinsteiger ihren Hut in den Ring geworfen. Am Freitagnachmittag endete die Anmeldefrist für die Auktion, die in der zweiten Märzhälfte stattfinden soll. Es seien vier Anträge auf Teilnahme an der Versteigerung eingegangen, teilte die Bundesnetzagentur mit. Bei den Antragstellern handelt es sich um die drei bisherigen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie um die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch, die noch kein eigenes Netz hat.

Im Laufe des Februars will die Regulierungsbehörde entscheiden, ob die Firmen für die Auktion in Mainz zugelassen werden - dies gilt in diesem Fall als Formalie, allerdings wurden bei früheren Auktionen auch schon Bewerber nicht zugelassen. Die Mindestgebote für die 41 Frequenzblöcke liegen zwischen 1,7 und 5 Millionen Euro, alle Mindestgebote zusammengenommen wären das 104 Millionen Euro. Die tatsächlichen Einnahmen dürften aber in Anbetracht der Bedeutung von 5G um ein Vielfaches höher liegen. Schätzungen zufolge könnten fünf Milliarden Euro in die Staatskassen gespült werden.

Erstmals bei dem Bieterverfahren mit von der Partie ist der Online-Konzern United Internet, der bisher vor allem das Telefónica-Netz nutzt und nun selbst eigene Funkmasten bauen würde. Für das Unternehmen bedeutet dieser Schritt "ein neues Kapitel", hieß es in einer Mitteilung. United will sich "erfolgreich und dauerhaft" als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland positionieren. "Nun wollen wir die Grundlage schaffen, um als vierter Netzbetreiber im Mobilfunkmarkt dazu beizutragen, dass es Deutschland gelingt, 5G-Leitmarkt zu werden", sagte CEO Ralph Dommermuth.

Obwohl die Auktion erst im März stattfinden soll, facht das Thema 5G schon seit Monaten immer wieder hitzige Diskussionen an. Zum einen moniert die Branche, dass die 5G-Ausbaupflichten unfair und ein wirtschaftlicher Bremsklotz seien. Die Politik hingegen pocht auf eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet, was die Netzbetreiber als utopisch ablehnen. Die Spitzen der Bundestagsfraktionen Union und SPD wiederum wollen ein sogenanntes lokales Roaming durchsetzen, was bisher nicht vorgesehen ist - dann würden Kunden, die in einer bestimmten Gegend keinen Empfang haben, automatisch mit einem anderen Netz verbunden.

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Beim Kölner Verwaltungsgericht hat praktisch die ganze Branche Klagen eingereicht gegen die Vergaberegeln, dies aus teilweise ganz unterschiedlichen Gründen. So fürchten sich die drei Netzbetreiber davor, dass sie ihre Dienste für Wettbewerber öffnen müssen, damit keine Funklöcher entstehen - dies sehen sie als Entwertung eigener Investitionen. Das an der Auktion nicht teilnehmende Unternehmen Freenet sowie United Internet bewerten die Regeln ganz anders - und zwar als zu hart gegenüber Firmen, die bisher kein eigenes Netz haben und daher auf die Branchengrößen Telekom & Co. angewiesen sind.

"Wohl noch nie war eine Frequenzversteigerung mit einer solchen Fülle an Unsicherheiten behaftet", resümierte der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg, am Freitagnachmittag. Es sei unklar, ob die Vergaberegeln und Versorgungsauflagen überhaupt Bestand haben werden. Die Politik habe mit ihren Plänen zum lokalen Roaming zusätzliche Verunsicherung erzeugt. "Diese Versteigerung ist mit sehr vielen unbekannten Variablen behaftet und an ihr teilzunehmen, erfordert besonderen unternehmerischen Mut."

Unterdessen wurde am Freitag eine weitere Forderung aus Unionsreihen zum Thema 5G bekannt. Die Christdemokraten machen sich in einem Entwurfspapier der Partei dafür stark, dass von den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Modellregionen für den 5G-Mobilfunkstandard mindestens zwei in Ostdeutschland liegen sollen. (vbr)

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