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5G-Frequenzen: Österreichische Auktion endet bei 188 Millionen Euro

Die drei großen österreichischen Netzbetreiber haben jeweils mindestens 100 MHz Spektrum im 3,6-GHz-Band ergattert, aber auch regionale Anbieter kamen zum Zug.

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5G Symbolbild

(Bild: heise online/vbr)

Die Mobilfunkanbieter in Österreich haben 188 Millionen Euro bei der Versteigerung der Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration 5G ausgegeben. A1 (Telekom Austria) ersteigerte Spektrum für 64 Millionen Euro, T-Mobile Austria nahm 57 Millionen Euro in die Hand und Drei (Hutchison) 52 Millionen Euro. Die drei großen Netzbetreiber haben dafür jeweils mindestens 100 MHz im Bereich zwischen 3,4 und 3,8 GHz ersteigert, gab die Telekombehörde RTR am Donnerstag in Wien bekannt.

"Wir sind damit in der europäischen 5G-Spitzengruppe, was den Zeitpunkt der Vergabe, die Frequenzmenge und die Ausstattung der Betreiber angeht", sagte RTR-Chef Johannes Gungl. Bei der Auktion in Österreich kamen auch kleinere regionale Anbieter zum Zuge: Mass Response (1,8 Mio. Euro), Liwest (5,3 Mio. Euro), Salzburg AG (4,4 Mio. Euro) und Holding Graz (3,0 Mio. Euro). Die RTR hofft durch die neuen regionalen Anbieter auf einen Innovationswettbewerb.

Von der Einführung von 5G profitieren in der Startphase zunächst vor allem gewerbliche Anwender, da bislang noch keine 5G-tauglichen Smartphones im Handel sind. Hersteller wie Samsung, Huawei und andere haben aber entsprechende Geräte bereits angekündigt. Die erste Generation der kürzlich auf dem MWC gezeigten 5G-Smartphones ist allerdings noch nicht ausgereift.

Bevor das 5G-Smartphone sich durchsetzt, werden einige Netzbetreiber auch in Europa stationäre Heimzugänge über 5G-Mobilfunk anbieten (Fixed Wireless Access, FWA). Auch T-Mobile Österreich will ersten Kunden mobiles Breitband anbieten, sobald die Behörde die Frequenzbescheide zugestellt hat. Dann sollen die ersten 25 5G-Mobilfunkstationen in Betrieb gehen. "Wir werden schon in wenigen Wochen den ersten Kunden mobiles Breitband in Glasfasergeschwindigkeit über 5G anbieten können", sagt Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria.

In Deutschland wird die Auktion von 5G-Frequenzen voraussichtlich am 19. März beginnen. Die vier zur Auktion zugelassenen Unternehmen würden sich glücklich schätzen, wenn sie mit jeweils rund 60 Millionen Euro davonkämen. 2015 spülte die Versteigerung von insgesamt 270 MHz Spektrum im Bereich zwischen 700 und 1800 MHz rund 5 Milliarden Euro in die Staatskasse. Bei der deutschen 5G-Auktion werden Frequenzen im Bereich von 2 GHz (2×60 MHz) sowie rund 300 MHz im 3,6-GHz-Band versteigert.

Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica haben allerdings gegen die Auflagen der Auktion Klagen eingereicht, so dass die rechtlichen Rahmenbedingungen der Versteigerung noch nicht endgültig geklärt sind. Sollte das Gericht für die Netzbetreiber entscheiden, müsste die Auktion verschoben werden. Telekommunikationsexperte Torsten Gerpott hält das jedoch für unwahrscheinlich. (Mit Material der dpa) / (vbr)