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5G: In der Schweiz wachsen Ängste und Skepsis

Auch in der Schweiz wollen die Mobilfunker ihre Netze mit 5G ausbauen. Doch in der Bevölkerung regt sich Widerstand.

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(Bild: heise online/vbr)

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Flächendeckende Mobilfunknetze der fünften Generation (5G) sollen in der Schweiz noch im laufenden Jahr Realität werden: Das haben zumindest die beiden großen Schweizer Telecom-Unternehmen Swisscom und Sunrise Communications nach der Frequenzauktion Anfang Februar 2019 angekündigt. Auch der Dritte im Bunde, Salt Mobile, will noch 2019 mit 5G loslegen. Doch es regt sich zunehmend starker Widerstand aus der Bevölkerung gegen die dafür notwendige Aufstellung neuer oder den Umbau alter Antennen.

Laut einem Bericht der Sonntagszeitung ist gegen ein Drittel der Antennenprojekte von Sunrise und Swisscom eine Beschwerde anhängig. Die Dunkelziffer der noch nicht bekannten Beschwerden dürfte darüber hinaus beträchtlich sein, heißt es weiter. Der Verein "Schutz vor Strahlung" spricht von noch stärkerem Widerstand und zählt schweizweit Einsprüche gegen 90 von knapp 110 Baugesuchen.

Bei Sunrise würden zudem die 5G-Moratorien in Genf und der Waadt zu Verspätungen führen. "In den Kantonen, die mit Moratorien auf Verzögerungstaktik gesetzt haben, muss mit einem Rückstand von bis zu 30 Prozent gegenüber den anderen Kantonen gerechnet werden", zitiert die Zeitung eine Sprecherin von Sunrise. Auch Salt muss seine Ausbaupläne revidieren: "Wir gehen davon aus, dass es aufgrund der Einsprachen zu Verzögerungen und Zusatzkosten bei der Einführung von 5G kommen wird", sagte eine Sprecherin.

In der Schweiz setzten sich sechs Vereinigungen zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung dafür ein, dass alle Baugesuche von 5G-Antennen mit Einsprachen blockiert und vor Gericht angefochten werden. Die Organisationen wollen so eine Rechtspraxis etablieren, welche dem Gesundheitsschutz und dem Vorsorgeprinzip Rechnung trage, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Bei den bereits bestehenden 5G-Antennen werde mit juristischen Mitteln dafür gekämpft, dass ihnen die Betriebsbewilligungen entzogen werden.

Die Skepsis und Ängste hinsichtlich der neuen Mobilfunkgeneration nahmen in der letzten Zeit deutlich zu. Laut einer repräsentativen Umfrage zur 5G-Technologie unter Deutschschweizern im Mai befürchten 44 Prozent der Befragten negative Auswirkungen von 5G, ein Jahr zuvor waren es lediglich 22 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) hielten es für unglaubwürdig, dass bei der Einführung von 5G keine negativen Folgen für die Gesundheit zu erwarten sein sollen. Auch dieser Anteil ist in den vergangenen 12 Monaten ebenfalls signifikant gestiegen. (vbr)