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5G-Kooperation: Telefónica und Vodafone teilen Backhaul, Frequenzen

Die beiden deutschen Mobilfunker wollen bei der Glasfaseranbindung ihrer Antennen eng zusammenarbeiten. Telefónica verkauft dem Partner Vodafone darüber hinaus wichtige Frequenzen für 5G.

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Mobilfunk-Antennen

(Bild: dpa, Carsten Rehder)

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Die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone und Telefónica Deutschland wollen bei der Netzanbindung ihrer Antennen zusammenarbeiten. Beide Unternehmen haben sich grundsätzlich auf eine Zusammenarbeit verständigt, teilten die Netzbetreiber am Mittwoch mit. Im Rahmen eines noch zu schließenden Vertrages können die Netzbetreiber bei benachbarten Antennen auch die Glasfaseranbindung des jeweils anderen nutzen. Ab Juli 2018 soll die gemeinsame Anbindung an zunächst 100 Standorten eingerichtet werden. Ist das Projekt erfolgreich, wollen beide Partner die Zusammenarbeit ausweiten. Das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur sind eingebunden.

Mit wachsender Bandbreite und Datennutzung in den LTE-Netzen steigen auch die Anforderungen an den sogenannten Backhaul: Die Datenströme der Mobilfunkantennen müssen an Transportnetze und Backbones angebunden werden. Nicht immer sind Mobilfunkstationen direkt mit Glasfaser an die Kernnetze angebunden, beim O2-Netz zum Beispiel sind die Antennen überwiegend mit Richtfunk angebunden, wie ein Sprecher erläuterte.

Beide Netzbetreiber haben bundesweit mehrere Tausend Mobilfunkstandorte. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit wollen Telefónica und Vodafone die Glasfaseranbindungen ihrer Antennenstandorte auch weiter ausbauen. Bei bisher nicht mit Glasfaser angebundenen Mobilfunkstandorten lassen die Unternehmen im Rahmen der Kooperation zu gleichen Anteilen neue Glasfaserleitungen bis zu den Basisstationen legen.

"Mit vereinten Kräften gelingt es schneller und effizienter, die notwendige Breitbandanbindung für Highspeed-Netze im Mobilfunk voranzutreiben“, erklärte Telefónica-CEO Markus Haas. Darüber hinaus "ist das Projekt ein weiterer, möglicher Baustein in unserer 5G-Strategie, mit der wir das Netz von morgen bauen”, ergänzte Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter.

Ein leistungsfähiger Backhaul ist auch im Hinblick auf die nächste Mobilfunkgeneration 5G von zentraler Bedeutung. Abgesehen von steigenden Datenmengen durch Mobilfunkkunden müssen die Funknetze der Zukunft auch Millionen Geräte und Fahrzeuge anbinden. Neue Anwendungen stellen auch neue Anforderungen an Stabilität und Latenz der Netze.

Darüber hinaus verkauft Telefónica die Hälfte seines Spektrums im 3,5-GHz-Band an Vodafone. Über den Preis und weitere Einzelheiten machen die Unternehmen keine Angaben. Die Nutzungsrechte für die Frequenzen sind bis Ende 2021 gültig. Telefónica hat die Frequenzen eigenen Angaben zufolge bisher zum Management des Breitbanddatenverkehrs genutzt, testet aber auch bereits 5G-Anwendungen im 3,5-GHz-Band.

Das 3,5-GHz-Band war ursprünglich für die Funkanbindung von Telefonanschlüssen vorgesehen (Wireless Local Loop, WLL); 2006 wurden die Frequenzen für regionale Wimax-Nutzung an verschiedene Interessenten versteigert und brachten 56 Millionen Euro ein. Inzwischen gilt das 3,5-GHz-Band allerdings als einer der Leistungsträger für 5G in Europa. Vodafone hatte hier bisher kein Spektrum und übernimmt nun 42 Mhz (2×21 Mhz) von Telefónica Deutschland, die bisher 84 Mhz Spektrum in dem Bereich hatten. Auch die Telekom besitzt 2×21 Mhz im 3,5-GHz-Band. (vbr)

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