5G-Mobilfunk: Fraunhofer-Institute erläutern Möglichkeiten und Gefahren

Berlin bekommt rund um den Ernst-Reuter Platz ein Testnetz für die kommende Mobilfunktechnik der 5. Generation. Zum Start dieses Testfeldes haben zwei Fraunhofer-Institute ihre Prognosen für 5G-Netze veröffentlicht.

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(Bild: dpa / Carsten Rehder)

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Auf der Berliner 5G-Week haben das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) ihre Prognosen zum "Mobilfunk der 5. Generation" vorgelegt. Die Chancen und Risiken der für etwa 2020 erwarteten nächsten Mobilfunkgeneration sollen in einem "5G-Testfeld" rund um den Berliner Ernst-Reuter Platz und im "5G-Playground" von FOKUS ermittelt werden. Neben den Fraunhofer-Instituten sind die Deutsche Telekom und Nokia am Forschungsprojekt beteiligt.

Laut dem Trendbericht 5G des Fraunhofer ÖFIT wird der Mobilfunk der 5. Generation mit dem festen, glasfaserbasierten Internetanschluss von Privatnutzern gleichziehen. 5G-Anwendungen für die erweiterte Realität, die Vernetzung smarter Dinge, die sichere Fahrzeugkommunikation und die Industrie 4.0 werden demnach die nächste Stufe der Informationsgesellschaft mitgestalten.

Als Gefahren nennen die ÖFIT-Forscher die zunehmende Abhängigkeit der Gesellschaft von der Informationstechnik und von Informationsnetzen. Unter dem Punkt "Wagnis" notieren sie das "Network Slicing", bei dem im Mobilfunknetz Anwendungen laufen, die separate virtuelle Verbindungen halten. Auf diesen Netzscheiben könnten Spezialdienste so installiert werden, dass sie die geforderte Netzneutralität umgehen.

Forscher von Fraunhofer FOKUS meinen, dass mit 5G die Netzintelligenz insgesamt steigt. Für den Verbraucher rechnen sie mit Verbesserung beim Musik- und Videostreaming sowie bei der Unterstützung von "mobile Video" im fahrenden Auto oder Zug. Pokémon Go habe gezeigt, dass es ein hohes Potenzial an Anwendungen im Bereich der erweiterten Realität gebe. "Augmented Reality könnte eine der Killerapplikationen für 5G sein", heißt es in dem Bericht.

Allerdings würden die 5G-Hauptanwendungen im kommerziellen Bereich und weniger bei den Verbrauchern liegen. Als Beispiel werden Anwendungen mit dem Internet of Things genannt. Dazu gehören neben Schmalbandanbindungen von allerlei Geräten zu Telemetrie-Zwecken auch zeitkritische Funktionen für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation sowie Telefonie und Datenverkehr ohne Kernnetz-Elemente, die etwa Rettungskräfte im Katastrophenfall benötigen. Alle Laien-Fragen zum Stand der 5G-Mobilfunktechnik hat das FOKUS in einer Broschüre unter dem Titel Wahrheit und Mythos der neuen Supertechnik zusammengefasst.

Die Grundlagen auf dem Weg zu 5G-Netzen hat die Mobilfunkbranche freilich schon den kommenden Ausbaustufen der 4G-Netze in die Wiege gelegt. Details dazu finden Sie im c't-Beitrag Mobile Großbaustelle LTE-Advanced Pro – Der Weg zu 25 GBit/s und zum Internet of Things. (anw)