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6. Cybersicherheits-Konferenz: Aktive Cyberabwehr wird weiter ausgebaut

Mit einem IT-Sicherheitsgesetz 2.0 will das Bundesinnenministerium die Sicherheit im Cyberraum ausbauen.

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6. Cybersicherheits-Konferenz: Aktive Cyberabwehr wird weiter ausgebaut

Holger Münch, Hans-Georg Maaßen und Arne Schönbohm (v.l.n.r.)

(Bild: heise online / Detlef Borchers)

Das IT-Sicherheitsgesetz soll fortgeschrieben werden. Das hat Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister im Bundeskanzleramt, auf der 6. Cybersicherheitskonferenz am Hasso Plattner Institut in Potsdam angekündigt.

Mit dem Gesetz sollen die produzierende Großindustrie und Hersteller von Komponenten der kritischen Infrastrukturen weiteren Meldepflichten unterworfen werden. Noch im zweiten Halbjahr 2018 soll zusammen mit der Bundeswehr eine Agentur für Cybersicherheit eingerichtet werden. Sie soll aktive Cyberabwehrtechniken wie das Umlenken von Angriffen oder Löschen von Dateien auskundschaften. Institutsleiter Christoph Meinel kündigte ferner für das Jahr 2019 einen Masterstudiengang Cybersicherheit am HPI an.

Generalmajor Werner Scezsny, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes, erklärte die Cybersicherheit zum natürlichen Fortsatz der "wehrhaften Demokratie" im Cyberraum. Er appellierte an die Zuhörer, dass gegen die Gefahren, die von Vertreter "autokratischer Systeme" im Cyberraum ausgehe, eine "gemeinsame Werteplattform" abseits aller Hierarchien gefunden werden müsse. Nur so könne die Akzeptanz und das Vertrauen in den BND gestärkt werden.

BKA-Präsident Holger Münch präsentierte Auszüge aus dem Bundeslagebild Cybercrime und machte sich noch einmal für die Vorratsdatenspeicherung stark: "Wir brauchen das Recht, dass IP-Adressen in Deutschland gespeichert werden." Hans-Georg Maaßen vom Bundesamt für Verfassungsschutz schlug sich auf die Seite des Nachrichtendienstlers Scezsny: "Demokratie endet nicht vor dem Cyberraum, sie muss auch dort wehrhaft sein. Eine neue Qualität von Cyber-Angriffen hätten neben der islamistischen Prpaganda für das Cyber-Kalifat neuerdings Akteure aus der Türkei, die stark nationalistisch geprägte Hackergruppen Deutschland attackierten, berichtete Maaßen.

Arne Schönbohm vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zog ein etwas anderes Resümee: Seiner Ansicht nach leben wir noch lange nicht in einer komplett digitalisierten Welt. Dies sei auch gut so, weil die Qualität vieler IT-Produkte "unter aller Kanone" sei. Schönbohm, der gerade nach Bonn umzieht, verglich seine Umzugserfahrungen mit den Ansprüchen der IT. "Wenn ich sehe, dass das Dach undicht ist, dann heißt es 'da muss der Dachdecker kommen'. In der IT heißt es bei einem Cyber-Haus: 'Warte einfach auf das Update.'" (anw)

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