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6 Monate auf Bewährung für Datenklau bei der Telekom

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Das Schwurgericht in Dorsten (Kreis Recklinghausen) hat am Freitag vergangener Woche einen 44-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Vor rund zwei Jahren war der verurteilte Hesse in die Kundendatenbank der Telekom eingedrungen und hatte so Zugriff auf alle Telefonnummern – inklusive Geheimnummern von Prominenten.

Besonders dreist: Der Straftäter hatte versucht, die unrechtmäßig erlangte Datenbank dem Telefon-CD-Hersteller Klicktel anzubieten – für 10 Millionen Mark. Der Schuldige gestand die Tat, die Vorwürfe hatte er nie wirklich geleugnet.

Knifflig war nach Aussagen der Dorstener Justizbehörde nur die Einstufung der Tat: Ursprünglich sollte der Eindringling wegen Verstoßes gegen die Datenschutzbestimmungen und Betriebsspionage angeklagt werden; mehrere Juristen zerbrachen sich die Köpfe darüber, welche Gesetze greifen sollten. Letztlich hat das zuständige Gericht den Mann wegen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen auf Grundlage des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verurteilt. (Guido Eggers) / (pab)