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64-Bit-ARM Unterstützung für Linux AArch64

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ARMv8 bringt den AArch64-Ausführungsmodus.

(Bild: ARM)

ARM-Mitarbeiter Catalin Marinas hat eine 36 Patches umfassende Sammlung veröffentlicht, die den Linux-Kernel um Unterstützung für ARMs AArch64-Architektur erweitert. Dabei handelt es sich um die 64-Bit-taugliche ARM-Variante, die im Herbst 2011 mit dem ARMv8-Befehlssatz angekündigt wurde und vermutlich 2014 in ersten Prozessoren zum Einsatz kommen soll.

Die AArch64-Unterstützung soll in einem eigenen Verzeichnis (arch/aarch64/) der Kernel-Quellen landen und somit unabhängig von der bisherigen Basisunterstützung für 32-Bit-ARM-Kerne (offiziell: AArch32-Architektur) sein (arch/arm/). Einige Kernel-Entwickler merken dazu an, dass es bei der 64-Bit-Erweiterung für die x86-Architektur anfangs ähnlich gewesen sei, später der Code aber zusammengelegt wurde, um die Wartung und Weiterentwicklung zu erleichtern.

Unter anderem der langjährige Kernel-Entwickler Arnd Bergmann geht auf diesen Punkt ein und erläutert einige Gründe, die für eine Separation sprechen; so sei der meiste Code ohnehin anders geartet und man sei unabhängig vom alten Code, der gerade erheblich umgebaut werde. Diskutiert wird zudem der Name, der einigen Entwicklern zu sperrig und kryptisch ist. Als Alternative zur offiziellen Befehlssatz-Bezeichnung wurde unter anderem ARM64 vorgeschlagen – vieles deutet aber derzeit darauf hin, dass es bei AArch64 bleibt.

Marinas erläutert in der Ankündigung seiner Kernel-Patches, dass ein AArch64-Linux in der 4K-Konfiguration 32-Bit-ARM-Userland-Code ausführen könne, sofern der das ARM EABI nutze; da es keine Verknüpfung zwischen AArch32- and AArch64-Code gäbe, sei ein Umschalten des Betriebsmodus (exception entry/exit) erforderlich. Eine Erweiterung der GNU Compiler Collection (GCC) zur Unterstützung von AArch64 hat ARM-Entwickler Marcus Shawcroft bereits Ende Mai zur Diskussion gestellt. Patches für die Binutils wurden offenbar noch nicht veröffentlicht; selbiges gilt für die Glibc-Portierung. (thl)